Einladung zur Auftaktveranstaltung für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger
In den vergangenen Jahren kam es in ganz Deutschland immer wieder zu verheerenden Unwetterereignissen mit Starkregen und Hochwasser. Dabei mussten einige Städte und Gemeinden leidvoll erfahren, wie verwundbar sie für die, durch den Klimawandel mit hoher Wahrscheinlichkeit häufiger werdenden, Naturgefahren sind - auch hier im Saarland.
Um Gefahrenpotentiale zu erkennen und Schutzmaßnahmen für alle Bürgerinnen und Bürger sowie die eigene Infrastruktur umsetzen zu können, arbeitet die Gemeinde Spiesen-Elversberg gemeinsam mit dem Ingenieurbüro eepi GmbH an einem Hochwasser- und Starkregenvorsorgekonzept. Die Gemeinde wird dabei durch eine Förderung des Konzepts von 90 % vom saarländischen Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz unterstützt.
Zum Projektstart für die Öffentlichkeit lädt die Gemeinde alle Interessierten zu einer Auftaktveranstaltung am 20. April 2026 um 18:00 Uhr in den Sitzungssaal der Gemeinde Spiesen-Elversberg ein.
In der Veranstaltung können Sie einen Einblick in das Projekt und die Thematik Hochwasser- und Starkregen erhalten. Es wird über den zeitlichen Projektablauf, die Ziele und die Möglichkeiten zur weiteren direkten Beteiligung am Projekt für alle Bürger und Bürgerinnen informiert. Neben der kommunalen Vorsorge wird auch über die Möglichkeiten und Pflichten zur Eigenvorsorge informiert.
Zur Vorbereitung und Abschätzung der Teilnehmerzahlen bitten wir um eine unverbindliche Voranmeldung unter Angabe von Namen und Personenanzahl über folgende Mail-Adresse: L.Trumm@spiesen-elversberg.de
Zum Hintergrund:
Auch wenn es in Spiesen-Elversberg keine Gewässer innerhalb der Ortslage und damit keine direkte Gefährdung durch Flusshochwasser gibt, können Überschwemmungen durch Starkregen überall auftreten und Schäden im gesamten Gemeindegebiet verursachen. Starkregenereignisse sind dabei lokal begrenzte Regenereignisse mit hohen Niederschlagsmengen in meist sehr kurzen Zeiträumen. Im Gegensatz zum Flusshochwasser liegt die besondere Gefahr bei Starkregenereignissen darin, dass aufgrund nur unzureichender Vorhersagemöglichkeiten von Ort und Zeitpunkt meist kaum Zeit bleibt sich auf solche Ereignisse vorzubereiten. In kleinen Tiefenlinien können sich rasch Sturzfluten mit Geröll und Schlamm ausbilden, die nicht selten eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.
Aufgrund der enormen Wassermassen, die bei den jeweiligen Niederschlagsereignissen zusammenfließen können, ist es kaum möglich Überflutungen gänzlich zu verhindern. Ziel des Vorsorgekonzeptes ist es daher, das Risiko materieller Schäden sowie die Gefahr für Leib und Leben so weit wie möglich zu verringern. Neben der Gemeindeverwaltung selbst ist es wichtig auch Rettungskräfte, Gewerbetreibende und die Bürgerinnen und Bürger für das Thema zu sensibilisieren und gemeinsam Ideen zu entwickeln, um die Situation in gefährdeten Bereichen zu verbessern.
Der erste Schritt dazu ist die möglichen Gefahrenpotentiale richtig zu erkennen. Dazu werden bekannte Informationen zusammengetragen und umfassende örtliche Erkundungen vorgenommen. Es werden im Rahmen des Projekts flächendeckende Starkregengefahrenkarten mit Hilfe eines hochauflösenden Computermodells erarbeitet. Die Karten zeigen für die gesamte Gemeinde, wie sich Regenwasser an der Oberfläche über Wald-, Wiesen- und Ackerflächen den Weg in die Siedlungsgebiete bahnt. Dabei werden verschiedene Niederschlagsszenarien in Form von häufig auftretenden und sehr selten auftretenden Ereignissen betrachtet. Ein großer Vorteil der Karten besteht darin, dass die Gefahr auch in den Bereichen abgeschätzt werden kann, in denen bisher keine Starkregenereignisse aufgetreten sind.
Einen wichtigen Beitrag im Projekt können und müssen auch die Bürgerinnen und Bürger selbst leisten: Insbesondere den betroffenen Personen vor Ort sind die Wasserläufe bei Regenereignissen und daraus resultierenden Gefahrenpunkte oft bestens bekannt. Daher werden im Verlauf des Projekts Bürgerworkshops/-foren stattfinden, in denen alle Anwohner und Anwohnerinnen eingeladen sind Erfahrungen, Eindrücke oder auch Vorschläge direkt in das Konzept einzubringen.
Hochwasser- und Starkregenvorsorge ist eine Gemeinschaftsaufgabe und kann nur durch die erfolgreiche Zusammenarbeit gelingen!
Die weiteren Bürgerveranstaltungen werden in 2 Phasen, voraussichtlich im Spätsommer 2026 und zu Beginn des Jahres 2027 stattfinden.
Bei extremen Starkregenereignissen werden auch in Zukunft Schäden nicht gänzlich vermeidbar sein. In den Veranstaltungen kann sich daher jeder und jede Einzelne auch über die mögliche Gefahrenlage informieren und erfahren mit welchen Maßnahmen man sich selbst im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren gut vorbereiten und vorsorgen kann.
Parallel werden im Projekt eine Vielzahl von Fachgesprächen geführt, unter anderem mit:
- den zuständigen Stellen für Gefahrenabwehr und Katastrophenschutz
- den Trägern der öffentlichen und kritischen Infrastrukturen
- Landwirtschaft und Forstwirtschaft
- dem zuständigen Landesamt (LUA) und Ministerium (MUKMAV)
Im Rahmen einer Defizitanalyse kann das beauftragte Ingenieurbüro mit Hilfe der zusammengetragenen Informationen dann die Risiken in den verschiedenen Bereichen bewerten, sogenannte „Handlungsschwerpunkte“ herausarbeiten und gezielte Maßnahmenvorschläge zur Schadens- und Risikominimierung machen.
In die Betrachtung integriert werden auch die kritischen Infrastrukturen, wie beispielsweise Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Stromversorgung, Telekommunikation sowie die Befahrbarkeit von Verkehrswegen bei Überflutungen.
Abgeschlossen werden soll das Vorsorgekonzept Mitte des Jahres 2027. Die erlangten Informationen, insbesondere die Starkregengefahrenkarten, werden den Bürgern und Bürgerinnen dann öffentlich zur Verfügung gestellt.
Haben Sie vorab Fragen zum Projekt oder möchten Sie uns Informationen (Berichte, Bilder od. Infomaterial vergangener Starkregenereignisse in der Gemeinde) zur Verfügung stellen?
Dies ist gerne über die nachfolgende Mail-Adresse möglich: L.Trumm@spiesen-elversberg.de
Über die einzelnen Projektphasen und die weiteren Termine wird fortlaufend informiert.

