Geschichte & Kultur

Die Zeitleiste zeigt Ihnen die Geschichte von Spiesen-Elversberg ab 700 v. Chr. bis ins Jahr 2016

ab 700 v. Chr. keltische Zeit

Rennfeuer und Schachtöfen aus dieser Zeit sind im Ruhbachtal nachweisbar

50 – 48 v. Chr

Julius Cäsar besiegt die keltischen Stämme der Mediomatriker und Treverer. Die Region um Spiesen und Elversberg gehörte zu den Mediomatrikern, deren Hauptort Metz ist. Nach der Eroberung durch die Römer ist unsere Region Teil der Provinz Belgica in Gallien.

2. und 3. Jhrdt. n. Chr.

Gallo-römische Besiedlung durch Bodenfunde und Münzen nachgewiesen.

etwa ab 150 n. Chr. – etwa 390 n. Chr.

Villa rustica am Freidelbrunnen

3. und 4. Jhrdt

Alemanneneinfälle, die Villa rustica wird Ende des 4. Jhrdts verlassen.

4. – Mitte 5. Jhrdt

Die Alemannen festigen ihre Herrschaft und werden nach dem Hunneneinfall von den Franken vertrieben

Anfang 6. Jhrdt

Chlodwig I. begründet das Frankenreich, doch die Bevölkerung aus Gallo-Römern und Alemannen wird nicht vertrieben

871

Bischof Adventius von Metz gründet das Kloster Neumünster (Ottweiler), das in den folgenden Jahrhunderten einer der Besitzer von Spiesen ist

959

Spiesen gehört zu Oberlothringen.

um 1000

Entstehung der Burg Kirkel, Spiesen gehört zum Bliesgau und darin zu Alt-Limpach (Altstadt).

um 1100

Die Grafschaft Saarwerden entsteht.

1120

Gründung der Grafschaft Saarbrücken.

1135

Erzbischof Albero von Trier verkündet in einer Urkunde, dass: „Herrin Gisela, Witwe des Grafen Friedrich von Saarbrücken, in Gemeinschaft mit ihrem Sohne Simon, ihr ganzes väterliches Erbteil in Wadgassen zur Rettung ihrer und ihrer Eltern Seelen, dem heiligen Petrus in unserer Gegenwart geschenkt hat.“

1137

Das Kloster Wadgassen wird mit Prämonstratensern besetzt, denen später ein Teil Spiesens gehört.  

 

„Nach einer Erbteilung trat Graf Friedrich I. von Saarwerden in die Rechte der Burg Kirkel ein. So kam sie auch auf Ludwig I. (* 1150) von Saarwerden, zusammen mit Streubesitz und Teilen des Ortes Spiesen.“(2)

1195

1. Urkundliche Erwähnung von Spiesen: „Abt Godfried von Wadegoz (Wadgassen) bekundet, dass Ludewich von Sarwerde die Vogtei Rorbach samt einem in der Nähe liegenden Allod (Eigentum) dem Hermann von St. Engelbert verpfändet habe; er habe dem Grafen zur Einlösung dieser Pfandschaft 15 Talente gegeben unter der Bedingung, dass benannte Vogtei nie mehr verpfändet, noch in andere Hände kommen dürfe. Nun aber habe der Graf ein Allod nämlich eine Hufe (Flächenmaß) bei Spizze, eine halbe bei Rorbach, den vierten Teil einer Hufe bei Hove und den achten Teil des Puzer Waldes durch die Hand des klösterlichen Patrons, des Grafen Symon von Sarbrucke, dem Kloster zu einem Seelgeräte geschenkt.“ (1)

1197 (18. April)

„Papst Cölestin III. bestätigt dem Kloster Wadgassen alle seine namentlich auf geführten Güter und Rechte, darunter einen Mansus (Flächenmaß) bei Spize und alle Güter, die das Kloster in Siszwilre (Sitzweiler/ bei Spiesermühle) besitzt.

 

1242

Bischof Jakob von Metz bestätigt dem Kloster Neumünster die Schenkung (?) der Meierei Spiesen durch den Ritter Wirrich von Virei.

1286

Die Äbtissin des Klosters Neumünster, Irmgard, schließt einen Vertrag mit dem Ritter Friderich vom Stein (de Lapide), aus der Diözese Mainz, über die Collation und Präsentation der Kirche zu Spiesen, also um das Pfarrbesetzungsrecht. Aus dieser Urkunde ergibt sich, dass dieser Ritter, auch ein Besitzer von Spiesen, Rechte zur Besetzung der Pfarrstelle hat.

19.12.1295

Urkunde: „Die Eheleute, Ritter Friderich vom Stein (de Lapide) und seine Frau Jutta verkaufen dem Abt Isenbard und dem Kloster Wadegosien alle ihre Eigengüter in Spiesen uns Lendelvingen (bei St. Ingbert), bestehend in Hörigen (Leibeigene), Häusern, Gärten, Wiesen, Aeckern, Wäldern, Büschen, Zinsen und Allem für 82 Pfund Metzer Denare.

 

30. Januar 1307

Vergleich und Beilegung eines Streits zwischen dem Kloster Wadgassen und dem Ritter Jofried von Saarbrücken (de Sareponte) einerseits und der Äbtissin von Neumünster andererseits über das Patronats- und Präsentationsrecht der Kirche zu Spiesen (ecclesie de Spissa), das alternativ von beiden Parteien ausgeübt werden und ihnen ewiglich verbleiben solle.

19. Januar 1320

Graf Johann von Saarbrücken und Herr zu Commercy regelt durch Vertrag den Streit zwischen dem Kloster Wadgassen und den Rittern Jofried und Reinhold von Saarbrücken über die Besitzverhältnisse im Dorfe Spiszen. Das Kloster erhält ¾ und die Ritter ¼ des Landrechtes, ebenso wird der Zehent geteilt.

14. Januar 1330

Graf Johann von Saarbrücken, Herr zu Commercy bekundet, dass der Streit zwischen dem Kloster Wadgassen und den Brüdern Jofried und Reinhold von Saarbrücken über das Dorf Spieszen beigelegt sei.

1342

Unvollständiges und stark beschädigtes Verzeichnis (Zinsrolle), über Güter und Einkünfte, die das Kloster Wadgassen u.a. auch in Spiesen hat. „In Spyssen hat das Kloster alte und neugekaufte Renten; am Fastnachtdienstag werden Hühner in die Kirche geliefert. Das Kloster besitzt hier die Hälfte des ganzen Allods.“

24. November 1345

Ritter Jofried von Saarbrücken und seine Frau Sophie tragen gegen erhaltene 200 Trierer Pfund ihr Eigentum in Spitzen zwischen St. Wendel und [Blies] Castel dem Erzbischof Balduin zu Lehen auf.

29. September 1346

Graf Eberhard von Zweibrücken erklärt, dass er dem Kloster Wadgassen für die seinem Vater geliehenen 100 Gulden den Pfandbrief, den sein Vater von Gottfried (Jofried) von Saarbrücken über Güter in Spiessen hatte, übergeben habe. Will Gottfried die Pfandschaft einlösen, muss er das vor dem Abt tun.

1350

Jofried von Saarbrücken (Sarepons), Wäppner, Herr von Mulebach, Sohn des Ritters weiland Jofried von Saarbrücken, erklärt, dass die Besetzung der Kirche von Spiszen abwechselnd dem Kloster Neumünster und ihm in Verbindung mit dem Abt von Wadgassen zustehe.

1350

Ritter Jofried übergibt und cediert auf ewig dem Gotteshaus Wadgassen sein Teil Juris patronatus zu Spieszen.

11. November 1357

Ritter Jofried von Saarbrücken bekundet, dass er an Grave [Graf] Walramen von Zweybrücken erblich verkauft all sein Theil, das er hat zu Spieszen ann Leuten, an Gulde, an Schäfften, an Zinsen, an gut, an recht, an gericht hoch und nieder, an buszen, an Wäldern, an Wassern, an weyden, an gefelle und allen anderen Rechten.

1357 - 1361

In einem Verzeichnis über die päpstlichen Steuern aus dem zur Diözese Metz gehörenden Archipresbyterat Neumünster wird unter den Pfarreien (parschiales ecclesiae) u.a. auch Spisheim mit 3 Grosz Steueranteil aufgeführt. Hier handelt es sich jedoch nur um das Viertel der Güter und Rechte des Klosters Neumünster gegenüber den übrigen drei Vierteln, die zum Kloster Wadgassen gehören.

29. September 1366

Graf Eberhard zu Zweibrücken bekundet, dass sein Vater seliger Graf Walram dem Kloster Wadgassen für die geschuldeten hundert Gulden einen Pfandbrief des Jofried von Saarbrücken über Güter in Spieszen gegeben habe und dass Jofried diese Pantschaft [Pfandschaft] beim Abt zu Wadgassen einlösen könne.

9. März 1377

Metza von Spieszen hat sich und ihre Güter zu ihrem Seelenheil Gott und dem Kloster  Neumünster übergeben.

1419

Erzbischof Otto von Trier erklärt, dass als weiland Jofried von Saarbrücken seinen Teil an Spiessen an Walraf von Zweibrücken um 100 Gulden zu seinem und seiner Altvordern Seelenheil an Wadgassen gegeben habe; dasselbe rühre aber von Trier zu Lehen und der Kauf sei ohne Wissen von Trier geschehen; er gibt nun diesen Teil an Wadgassen.

8. September 1436

Abt Philipp überlässt Tilmar, dem Wagner, Bitschhannes, Theodor, dem Wagner und Nikolaus, dem Zimmermann und deren Erben eine Wiese, Rettinger Brül genannt, von Kellners Weg bis zum Rettgenborn [Rödgestal ?] in Erbpacht gegen eine jährliche Rente von vier Kapaunen, die auf Stephanitag zu entrichten ist, drei an Wadgassen und einer an Frau von Neumünster. Bei Nichteinhaltung fällt die Wiese an das Kloster zurück.

9. September 1454

Johann von Rosendahl, burggrave [Burggraf] zu Ottweiler, wendet sich in einer Beschwerdeschrift an Wolff von Moscheln, Amtmann zu Zweybrücken wegen Plünderung des Dorfes Spiesheim auf Montag nach Mariä Geburt 1454.

9. September 1454

Niclas von Folklingen, Scholtesz [Schultheiß] zu Saarbrücken, richtet ebenfalls eine Beschwerdeschrift mit demselben Wortlaut an den Zweibrücker Amtmann.

1500

Im Jahr Dusentfünfhundert wurde ein Jahrgeding zu Spesenn gehalten. [Auszug hinzu]

1516

Abt Johannes von Wadgassen verpachtet das Bruch oder Wüstgelände beiderseits der Wackenfurt unterhalb des Hofes Sitzweiler (Sitzwilre) dem Albrechts Hans und dem Gretzen Hans, beide aus Spiesen (Spiessenn), gegen einen jährlichen ewigen Zins von fünf  „ Redderalbus“, lieferbar am „nuwen martdag“ in das Haus zu Saarbrücken (Sarbrucken).

1526

Jahrgeding zu Spessen. „Uff Mandag nahe sant paulins dag wurde in bysyn der ehrenfesten und vurnemigen Junkern Dederichen Amptmann zu Ottwiler und Matthisen Deghen Scholthessen zu Saarbrücken ein Jargedinck gehalten. Nach der üblichen Einleitung folgt die Grenzbeschreibung, der sich die Erklärungen der Schöffen über bestehendes Recht im Dorf anschließen.

7. April 1538

Ruprecht, Pfalzgraf bei Rhein und Graf von Veldenz, teilt dem Abt von Wadgassen miot: Durch den Haushofmeister Georg Blicken von Lichtenberg und den alten Kanzler Jakob Schorren habe er erfahren, daß ein Vertrag mit Wadgassen wegen des Rohrbacher und Spiesener Waldes zwar verabredet worden sei, jedoch keine Einigung habe erzielt werden können. Deshalb schlage er vor, jede Partei solle zwei Adelige als vertrauenswürdige, unparteiische Schiedsmänner bestimmen und diesen die Entscheidung überlassen, wo sie nach Anhörung der Parteien die äußersten Marksteine setzen wollten. Sollte auch das zu keiner Einigung führen, so solle ein fünfter Unparteiischer hinzugezogen werden und der Mehrheitsspruch Geltung haben.

2. September 1538

Montags nach Aegidy ist das Jahrgeding zu Spieszen under der Linden durch Dietherich Pfeill, Probst zu Saarbrücken, im Namen Herrn Kilians Heylman, Abt zu Wadgassen, und Wendelin Schaffner zu Neumünster im Namen Frau Margarethen von Kerpen Abbtassin [Äbtissin] daselbst gehalten worden, so Nodarius Nicoluasz Demuth von St. Wendel instrumentiert.

 

Abt Kilian schreibt an Graf Johann Ludwig zu Nassau und bittet um Rat wegen des aufgerichteten Hags [von einer Hecke eingefriedetes Gelände] zu Spieszen.

 

Heinrich Schwarz von Lichtenberg, Müller in Spiesen, erhält Erlaubnis, unter dem Weiher im Tal eine Mühle zu bauen unter der Bedingung, dass nach Ablauf des Rechts die Mühle  ans Kloster Wadgassen zurückfalle. Der Müller bittet den Abt, ihm die Mühle in Erbpacht zu geben mit dem Recht, sie verkaufen zu können.

1540

Abt Lionhardt verbietet Herrn Georgen, den er kürzlich eingesetzt hatte, die Kirche und den Dienst zu Spieszen wegen unordentlichen Lebens.

um 1540

Nach dem „Saalbuch“ [Verzeichnis über Besitzrechte einer Grundherrschaft und die Lesitungen ihrer Untertanen] der Abtei besitzt Wadgassen in Spiesen Bann und Mann.

 

Verzeichnis der Gerechtsamen, Zinsen und Schafftgüter, die das Kloster und der Konvent zu Neumünster jährlich zu Spiessheim hatte. [Gerechtsame – Rechte, Befugnisse , etwas tun zu dürfen]

 

 

17. Dezember 1548

Margarethe von Kerpen, Äbtissin, Priorin und Convent des Klosters Neumünster treten dem Grafen Johann von Nassau und Saarbrücken ihr Viertel an der hohen Obrigkeit zu Spießen ab unter Vorbehalt ihrer sonstigen Güter und Renten daselbst.

 

Das Ereignis markiert den Beginn des Einflusses der Grafen von Saarbrücken.

17. Dezember 1548

Johann Graf zu Nassau und Saarbrücken, Herr zu Lahr bestätigen vorgenannte Cession [ Abtretung] und versichert dem Kloster weiteren Schutz und Schirm für die ihm verbleibenden sonstigen Güter, Renten und Rechte in Spießen.

1549

Hanns Diether, Rentmeister zu Ottweiler, schreibt an Probst Diethrich Pfeill wegen Spießer [Grenz] Streit mit Rorbach.

 

Melcher von Steinkallenfels schreibt an den Probst für ihn beim Abt zu Wadgassen um 28 Stämm bauholtz aus Spießener Wäld zu bitten.

um 1550

Hoff Hanss von St. Ingbert hatt nicht könden in die Leibeigenschaft zu Spießen angenommen werden, darumb die Gemeind beym Abtt darfor gepetten [gebeten].

 

Laut Schreiben an Abt Lionhardt interponiert Graf Johann von Nassau wegen der Differentz [Streit] zwischen Rorbach und Spießen.

 

„Bereits in frühester Zeit befand sich eine Mühle am Weiher zu Spiesen, welche circa 1550 im Besitz des Müllers Marcellus war. In derselben Zeit hatte der Abt von Wadgassen einem gewissen Heinrich Schwarz erlaubt, eine Mühle unterhalb des Weihers zu bauen, welche nach einer gewissen Zeit an die Abtei zurückfallen solle. Nahe bei dieser Mühle in dem Eck, welchen der Spieser Bann gegen den Rohrbacher und St. Ingberter Bann bildet, lag ein Hofhaus, der Sitzweiler Hof genannt, dessen Güter auf den Bännen der eben genannten Ortschaften lagen.

31. Mai 1554

Abschied zu Spieszheim uff Gericht betreffend: Eckernieszung, Ausgebung von Brenn- und Bawholtz, Weinschankerlaubnis und Ungeld, Zoll der Spieszheimer Untertanen zu Limpach usw. Zuzug in Spieszheim. [ „Abschied“ im Sinne von letztlicher Einigung] Es handelt sich um einen Vergleich zwischen Saarbücken und Wadgassen, wie es hinfurther mit den Untertanen und sonst gehalten werden soll.

 

1564

Der Kartograph und Mathematiker Tilemann Stella erstellt eine Landesaufnahme mit einer detaillierten Grenzbeschreibung und Karten der gesamten Region. Das Kartenwerk ist vollständig erhalten und liegt im Reichsarchiv in Stockholm.

 

8. September 1567

Elisabeth Blicken von Lichtenberg, Äbtissin von Neumünster beklagt sich beim Abte, dass der Meier von Spießen auf Befehl des Abtes ihr für ihr ¼ keinen Anteil am Ecker-Genusz im Wald zugestehen wolle, was ihr sehr befremdend seie, indem sie dem Grafen noch nichts abgetreten hätte als die Hohe Gerichtsbarkeit, obgleich er sie sehr dazu gedrungen und ihr versprochen habe, etwas in Tausch zu geben. Der Meier wolle ihr auch kein Holz aus dem Wald verabfolgen lassen. Sie bittet den Abt, die in ihren alten Gerechtsamen zu handhaben.

 

 

1572

Für des Klosters Weyher in Spießen wurden Visch gestiftet.

 

3. März: Philipp Krebs, Keller uff Kirkel hat seine amtsleibeigene Sibillam Schneiderin nach Spießen hinder der Abtey Wadgassen folgen lassen.

9. Juni 1573

13. April: Regelung des Grenzstreits am Bottenberg zwischen Rorbach und Spieszen. Nach mehreren erfolglosen Ortsbesichtigungen und Schlichtungsversuchen wurde bei der Zusammenkunft zu Limbach eine Einigung erzielt.

 

1. Januar 1575

 

 

23. Juli 1575

Einführung der Reformation in der Grafschaft Nassau-Saarbrücken durch Graf Philipp III.

[Ergänzung], Ruppersberg, S. 97

 

Probst Eichelberger schreibt an Herrn Abtt Adamen einen harten Bericht, so Ihro Gnaden Grave Albrecht solle geben haben wegen der rod und ander buschen, auch der Spießer Bann und Mann halber.

 

 

1579 – 1585

 

 

 

1582

 

 

 

 

 

 

Abt Claudius hatte miszhelligkeiten in Spießen mit Zweibrücker Beamten und Nassau Saarbrücken.

 

Türkenschatzung im ganzen Land. Wegen der Türkengefahr müssen die Bewohner eine Sondersteuer zahlen. Erste Liste der Haushaltsvorstände in Spiesen.

Jahrgeding zu Spiesen.

 

 

29. September 1586

St. Michelstag: Einfall und Plünderung des Dorfes Spieszheimb durch Pfalzgraf Johann von Zweibrücken und Johann Heitzler, Keller zu Kirkel.

18. Januar 1587

Anklageschrift Kaisers Rudolf II. gegen Pfalzgraf Johann in Zweibrücken und Johann Heitzler, Keller zu Kirckel wegen vorgenannten Überfalls. Beide werden vor das Reichskammergericht in Speyer geladen.

 

1588

Abtt Claudius beauftragt den Probst Eichelberger in Spießener Wälder wie von altters Holtz hauen zu lassen.

1592

Graf Albrecht von Ottweiler hebt die katholische Pfarrei Spiesen auf. Erster protestantischer Pfarrer wird Johann Magnus Stephani aus Ottweiler [Biographie und Herkunft] Zu Stephanys direkten Vorfahren gehört der Drucker Peter Schöffer, der mit Johannes Gutenberg zusammen die berühmte Bibel druckte. Später verbesserte er Gutenbergs Drucktechnik. Er war verheiratet mit einer Tochter Johann Fusts, der Gutenbergs Druckerei übernahm, die Schöffer später weiterführte. Er gilt als einer der besten Drucker jener Zeit in ganz Europa.

17. April 1594

Bittschrift des Abts Claudius an Graf Philipp wegen Wiederherstellung der alten Rechte in Spiesen.

 

Spiesen gehört zur protestantischen Pfarrei Wiebelskirchen.

1603

Im „Limbacher Abschied“ werden viele Grenzstreitigkeiten der vergangenen Jahrzehnte zwischen der Grafschaft Nassau-Saarbrücken und dem Herzogtum Pfalz-Zweibrücken beigelegt. Die Lage Spiesens an der Grenze der Herrschaftsbereiche machte eine neue Vermessung  notwendig. Einige Dörfer waren an das Herzogtum Zweibrücken gefallen, doch die Einwohner waren Untertanen der Saarbrücker. Diese und andere Sachverhalte führten immer wieder zu Streitigkeiten.

1605

Die Spieser Kirche wird von Amts wegen geschlossen.

1611

Einwohnerverzeichnis von Spiesen: 17 Haushalte mit etwa 70 Einwohnern.

1613

Spiesen gehört zur protestantischen Pfarrei Schiffweiler.

1618

Beginn des 30-jährigen Krieges.

1622

Erste Zerstörungen in Spiesen, Ausbruch der Pest.

1625

Kontributionsliste des Dorfes Spiesen. Viehbestand: 26 Pferde, 33 Kühe, 52 Schafe, 41 Wagen Heu. 20 Haushaltsvorstände werden erfasst, etwa 80 Bewohner

1627

Teilweise Verwüstung der Gemarkung Spiesen. Der Schaden beträgt 1745,75 Reichstaler.

1628

Wohlstand des Amts Ottweiler bey der Teilung 1628 an Pfarrern, Schulen, Meiern und Untertanen:

Spießen: kein Pfarrer, keine Schule, ein Meier, 14 Untertanen (Haushalte), drei Witwen, eine Vormundschaft, ein Hirte und keine ledigen Häuser.

 

Die Pest bricht wieder aus.

1629

Der Abt von Tholey erhebt erfolglos Anspruch auf den Klosterbesitz von Neumünster und damit einen Teil von Spiesen.

1630

Nach den Nassau-Saarbrückischen Genealogia-Büchern ist das Dorf Spießen von alters her zur Grafschaft Saarbrücken und Ottweiler gehörig, so mit Leibeigenen dem Kloster Wadgassen zuständig gewesen, jetzt wiederum ganz zum Amt Ottweiler gekommen.

1631

Spiesen ist endgültig im Besitz der Grafen von Ottweiler.

 

Schwedische Besatzung. Flucht der wadgassischen Mönche nach Trier. Graf Wilhelm Ludwig von Ottweiler annektiert die wadgassischen Besitzungen in Spiesen.

2. September 1634

Gebäudebestand: Behausungen von Meier und Förster (Eigentum derselben und von der Fron befreit): 2, 12 Behausungen, die Eigentum und nicht von der Fron befreit, eine Mühle, die der Herrschaft gehört, ein nichtbefreites, entlehntes Haus, zwei Häuser, die Witwen gehören, ein unbewohntes Haus und 2 verfallene Häuser und Hofstätten.

 

Beginn des 150-jährigen Grenzstreits mit St. Ingbert.

25. Juli 1635

Kaiserliche Landsknechte (Kroaten) zerstören das Dorf fast vollständig. Im Dezember wird noch eine Haushaltung gezählt.

Der Bericht des Saarbrücker Rentmeisters Klicker an den Kaiserlichen Kommissar über die Zustände in der Grafschaft Ottweiler hält fest: „In Fürth leben noch zwei Untertanen, Dörrenbach ist ausgestorben bis auf zwei kleine Mädchen, Welschbach ist bis auf vier Untertanen ausgestorben, Neunkirchen  und Spiesen sind mehr als halber abgebrannt; in diesen Orten leben nicht mehr als vier Untertanen, Wellesweiler ist fast ganz ausgestorben und teils verbrannt.“

1640 - 1645

Spiesen ist nicht vollständig entvölkert, denn zwischen 1640 und 1645 werden mindestens vier Kinder von Johannes Conrad und seiner Frau Margarethe, die aus Spiesen stammt, geboren und im ev.-luth. Kirchenbuch von Saarbrücken eingetragen. Das erste Kind, Eva Maria wird um 1640 geboren, das zweite Kind, Johann Joachim um 1642. Die Familie lässt am 7. März 1645 in Saarbrücken Zwillinge taufen, wie das  Kirchenbuch berichtet. „Erst ein Knäblein dessen patten wahren Nicklaß Conradt itzig Meyer allhir, und Seybert Stegk der Schmidt … Goddel wahr Anna Maria“ die Witwe Georg Beckers, geborene Nimsgern. Der Knabe wurde auf den Namen „Nicklaß“ getauft. „Darnach ein Dochterlein dessen patt wahr ein Mann Von Spiessen mit Namen Remmen (od Jeremias) Goddeln wahren Anna Margaretha, Rudolph Leyendeckers Dochter und Anna Ursula, Peter Heintze, des Leinwebers Dochter.“ Das Mädchen erhielt den Namen Anna Margaretha. Die Familie Conrad verließ zu einem unbekannten Zeitpunkt Spiesen, wohl weil keine anderen Menschen zuzogen.

1649

Der Hirte Wolf Clad, der Sohn des Simon Clad aus Baltersbach wird als einziger Einwohner geführt und starb schon am 19.4.1649. Da er als Einwohner galt, ist zu vermuten, dass er schon einige Jahre vor 1649 in Spiesen lebte, in dem es noch einige kaum zerstörte Häuser gab. Auch der Turm der Kirche stand noch und 1764 wollte ein Eremit dort einziehen, was ihm jedoch nicht erlaubt wurde, da der Turm wahrscheinlich baufällig war.

1677

Reunionskriege Ludwig XIV von Frankreich. Erste Anfänge einer größeren Wiederbesiedlung werden durch französische Truppen zunichte gemacht.

 

Saarbrücken wird von französischen Truppen zerstört und Graf Gustav Adolf von Saarbrücken wird 45-jährig in der Schlacht von Kochersberg bei Straßburg  tödlich verwundet und stirbt am 9. Oktober in Straßburg.

1680

Ludwig XIV. annektiert die Grafschaft Ottweiler. Der Bischof von Metz visitiert die Region. In Ottweiler und Neunkirchen leben nur Protestanten, daher wird auf Weisung des katholischen Königs die katholische Pfarrei Ottweiler errichtet, die  die gesamte Grafschaft umfasst.

1687- 1691

Das katholische Kirchenbuch von Ommersheim vermeldet einige Taufen von Familien aus Spiesen. (Pirot, Schmied, Buchheit)

 

1687: Schreiben des Abts von Wadgassen an den Grafen Friedrich Ludwig zu Ottweiler, worin er diesen ersucht, die der Abtei Wadgassen gehörigen Anteile zu Spiesen zu restituieren.

 

23. März 1688: Abermaliges Schreiben des Abtes an den Grafen, worin er sagt, dass seine Vorgänger ¾ der Herrschaft Spiesen samt hoher und nieder Gerichtsamkeit etc. vor mehreren hundert Jahren gekauft, deren Besitz ihnen im Anfang des 17. Jahrhunderts entrissen worden seye, die er nun zurückbegehrt.

 

23. März 1688: Nach dem Dekret des Grafen soll es der Abtei gestattet sein, diejenigen Güter in Spiesen, deren Ankauf sie gehörig beweisen könnten, auszusuchen und in Besitz zu nehmen, sowie die Zinsen und Renten davon zu beziehen.

 

14. August 1688: Die Abtei ergreift durch den Huissier Marc im Beisein von Nicolas Roden, Canonikus und Procurator der Abtei, des Meiers, der Gerichtsleute und der ganzen Gemeinde Spiesen von ihren Gütern und Rechten im Dorf Spiesen Besitz.

 

Gegen obige Besitzergreifung protestiert im Namen des Grafen dessen Secretarius, Kilian König.

 

11. September 1688: Klage des Abtes beim Präsidialgericht in Saarlouis.

 

25. September 1688: Vorladung des Grafen nach Saarlouis. Dort legt der Graf zu seiner Rechtfertigung folgende Gründe dar: 1. Verjährung, da durch  Besitz erworben. 2. die Friedensschlüsse von Münster und Nimwegen, durch welche die Edelleute im Besitz der Güter bleiben sollen, die sie 1624 besaßen. 3. habe er nur der Abtei die Erhebung von 10 sols 6 Den. Rente erlaubt.

 

1690: Plädoyer für die Abtei.

Wadgassen lehnt den Einwand der Verjährung ab, da die Güter mit Gewalt genommen wurden und dass Kirchengüter überhaupt ohne formellen Kaufvertrag der Verjährung nicht unterliegen. Der Graf könne keinen rechtmäßigen Erwerb der Güter in Spiesen nachweisen. Bezüglich des 2. Punktes kann  die Abtei belegen, dass der Graf erst im Jahre 1631 die Güter in Spiesen an sich gebracht habe. Der 3. Einwand sei noch weniger haltbar, da aus dem Decret des Grafen hervorgehe, dass die Abtei alles zurückerhalten solle, was sie mit Dokumenten beweisen könne. Einen einwandfreien Besitztitel über die Herrschaft Spiesen sei in einem Kaufvertrag aus dem Jahre 1295 vorhanden.

 

1691: Das Definitiv-Urteil des Präsidialgerichts entschied zugunsten des Grafen.

 

1689: Die Katholiken Spiesens gehören zur Pfarrei Ottweiler, doch erst 1692 wird die erste Heirat aus Spiesen eingetragen: Hubertus Weyland und Margaretha Hess, 1693 heiraten Ludwig Boland und Anna Clara Wasser.

1697

Die seit 17 Jahren bestehende Zugehörigkeit der Grafschaft Ottweiler zu Frankreich wird durch den Friedensvertrag von Rijswijk bei Den Haag beendet.

Eine französische Namensliste, die Besitzer und Nutzer von Wiesen in Spiesen (Spice) aufzählt, hat sich aus jener Zeit erhalten. 11 Namen werden genannt, darunter bekannte Spieser Namen wie Kohler und Gräber.

1701

Die Salzliste für das Dorf Spiesen führt 12 Haushalte mit etwa 51 Bewohnern auf.

1705

Die Pfarreizugehörigkeit von Spiesen ändert sich. Mit Einwilligung des Grafen überträgt Pastor Hoffmann von Ottweiler die Seelsorge an die Pfarrei St. Ingbert, was den Weg zum Gottesdienst erheblich verkürzt und natürlich den Weg des Pastors zu seiner Gemeinde.

1707

Im Haushaltsverzeichnis von Spiesen werden 13 Haushalte mit 56 Einwohnern gelistet. Etliche alte Spieser Familiennamen sind schon vertreten: Kohler, Gräber, Rammo und Dumont.

1730

Gräfin Charlotte Amalie erlässt ihren Untertanen der Herrschaft Ottweiler ein Viertel des Frongeldes. Die Haushaltsliste nach dem neuen Erlass weist 26 Haushalte auf. Inzwischen sind die Familien Eich, Wachs, Normand, Houy, Wachs und Ruffing hinzugekommen.

1739

Grenzvertrag zwischen den Grafen von Ottweiler und den Grafen von der Leyen über die Grenze zwischen Spiesen und St. Ingbert.

1740

Renovatur- und Schatzungsprotokoll, welches auf hochherrschaftliche gnädigste und hohe Verordnung renoviert und beschrieben wird. Enthalten ist eine eingehende Grenz- und Bannbeschreibung, ferner Bestimmungen über Frongeldermäßigung bzw. – Erlass, Beschreibung aller bebauten und unbebauten Grundstücke, Wälder, Gewässer, Straßen usw.

 

1744

Grenzregulierung zwischen Spiesen und St. Ingbert.

1745

Grenzbeschreibung über den Spieser Dorfbann Anno 1745:

Neunkirchen.

1747

Fürst Wilhelm Heinrich von Saarbrücken erlaubt Johann Lutsch aus Waldmohr und Heinrich Normand aus Spiesen auf dem Elmersberg eine Ziegelhütte zu errichten. Den Lehm dürfen sie dort graben, wo es für sie am Günstigsten ist und die Ware in und außerhalb der Grafschaft verkaufen. „…mithin einen jährlichen Erbzins von zwanzig Gulden zu Unserer Amtskellerey Ottweiler  jedesmahlen um Martini Zeit richtig abführen und anbringen, das benötigte Bau- und Brandholtz zu ihrer Ziegelhütte nach dem jedesmahligen Preis und Landtax bezahlen sollen.“ Die beiden Unternehmer konnten nicht schreiben und unterzeichneten den Vertrag mit einem „Handzeichen“ in Gegenwart des Vertreters der Obrigkeit. Lutsch zeichnet ein messerartiges Werkzeug, vielleicht zum Zerteilen feuchten Lehms und Normand ein Kreuz.

1753

Baubeginn des neuen Neunkircher Schlosses.

 

Der Zimmermann Johann Nikolaus Mensch aus Nahbollenbach, der als Handwerker beim Schlossbau angestellt war, erhält die fürstliche Erlaubnis, für seine Familie ein Häuschen auf dem Faulenberg zwischen Kirkel und Neunkirchen zu bauen. Er wird für das Eschweiler Torhaus zuständig. Die Torhäuser wurden von Faltersknechten (Falltor) beaufsichtigt und waren Durchgänge zwischen den Wildzäunen, die den Wildwechsel zwischen den Herrschaften verhindern sollten. Den Grafen war sehr daran gelegen, das Wild im eigenen Territorium zu halten. Johann Nikolaus Mensch Nachkommen bleiben auf dem Faulenberg und aus dem Faulenberger Hof wird schließlich „Menschenhütt“ und „Menschenhaus“ so wie es heute noch heißt. 1771 steht in der Bannbeschreibung: „Hofgering auf dem Faulenberg: ein Hauß, Scheuer, Stall und Hofgering mit Garten und Ackerland.“

1756

Grenzsteine entlang der Grenze zwischen der Grafschaft Blieskastel, Nassau-Saarbrücken und Pfalz-Zweibrücken werden gesetzt.

1759

Der Jäger Friedrich Altpeter wohnt auf der Spieser Ziegelhütte Ellmersberg.

 

Grenzstreitigkeiten mit Rohrbach und St. Ingbert.

1763

Grenzregulierung zwischen Spiesen und St. Ingbert.

1765

Spiesen gehört zum Oberamt Ottweiler und wird folgendermaßen beschrieben: „ Neunkirchen mit den Dörfern Neunkirchen, Spiesen und Wellesweiler, dem Furpacher Hof und dem Kohlhof mit je einer Schäferei, dem Jägerhaus auf der Spieser Höhe sowie einem Schloss, herrschaftlichem Hof, einer Schäferei und Mühle, der alten und neuen Eisenhütte mit Eisenhammer zu Neunkirchen, einer Mühle zu Spiesen, zweier Höfe, einer Schäferei, einer Mühle mit einem Steinkohlenhaus zu Wellesweiler sowie dem Sinnerthaler Gut mit Sähmühle.“

1771

Mess- und Bannprotokoll des Dorfes Spiesen. Es erfolgte nach 1740 eine weitere Vermessung und Beschreibung des gesamten Banns und der Grenzen.

 

1772

Philipp Bartz kauft dem Ziegler Holweck seinen Anteil an der „Elmersberger“ Ziegelhütte ab.

1777

Obwohl die Katholiken in Spiesen die größte konfessionelle Gruppe sind, wird ihnen die Errichtung einer eigenen Schule verwehrt.

1788

Die „gemeine Rechnung“ des Dorfes Spiesen ist eine Einwohnerliste, die durch den Heimeier Christian Rameau geführt wird und die Haushaltsvorstände auflistet.

 

Die ersten jüdischen Familien erhalten vom Landesfürsten einen Schutzbrief und die Erlaubnis, sich in Spiesen niederzulassen. Es handelt sich um  Calmen (Salomon) David (ab 1808 Lion) und Joseph David (ab 1808 August). Der Vermerk über die Erlaubnis findet sich in der „Collectanea Saraepontana“  des Saarbrücker Regierungsrats Friedrich Rollé. 1789 erhält Lazarus Alexander ebenfalls einen Schutzbrief. Die ersten Juden in Neunkirchen durften sich 1777 niederlassen und 1778 in Ottweiler.

 

1789

Der Ausbruch der Französischen Revolution hat Auswirkungen auf die Herrschaften an der Saar, die sich zunächst noch wegen ihrer frankophilen Einstellung in Sicherheit wiegen. Doch die zunehmend radikaler werdenden Maßnahmen der Revolutionäre und die europäische Koalition gegen Frankreich setzen die Territorialherrschaften der Region unter Druck.

1790

„… verfügte der Landesherr mit Dekret vom 16.7.1790, dass die Meiereien Neunkirchen, Bexbach und Wiebelskirchen zu der Schultheißerei Neunkirchen zusammengefasst werden sollten. Die mit 242 Gulden dotierte Schultheißenstelle wurde dem Schultheiß von St. Arnual Friedrich Heß übertragen. Heß trat am 2.8.1790 sein Amt an. Die bisherigen drei Meier (z.B. Johann Adam Schäfer von Neunkirchen) und die Büttel von Niederbexbach und Wiebelskirchen wurden ihrer Ämter enthoben und in Neunkirchen eine neue Büttelstelle mit der Amtsbezeichnung Gerichtsdiener geschaffen.“

 

1793

Ein entscheidendes Jahr für die Saarregion, denn die drei Regionalherrschaften in Blieskastel, Saarbrücken und Zweibrücken werden von den Franzosen aufgelöst und ihre Herrscher vertrieben. Der Graf von Saarbrücken hatte vorher noch versucht, revolutionäre Gefühle bei seinen Untertanen durch Zugeständnisse zu verhindern: Abschaffung der Jagdfronden, Herabsetzung des Frongeldes um die Hälfte und die Aufhebung der Leibeigenschaft.

 

21. Juli 1793: Durchmarsch der Revolutionstruppen unter General Houchard, der aus Forbach stammt und 1793 in Paris wegen angeblicher militärischer Fehler auf der Guillotine endet. Der ebenfalls in unserer Region agierende General Custine erleidet das gleiche Schicksal.

 

„Am 12. September 1793 griff der Feind die von zwei preußischen Corps bei Spiessen (in Preußen) besetzte Stellung mit Übermacht an. Der österreichische Oberst von Szekuli, dessen Escadrons an die Befehle des preußischen Generals Grafen von Kalckreuth gewiesen und dem auch die sächsischen Husaren unterstellt waren, legte sich rechtzeitig in einen Hinterhalt und als starke feindliche Infanterie-Colonnen gegen den Wald von Neunkirchen vorgingen, brachen die Escadrons vor und warfen den Gegner, der in Unordnung geraten war, zurück. Französische Infanterie, 200 Mann, hatte den Wald erreicht und sich dort gesammelt, als plötzlich ohne den Befehl hierzu abzuwarten, von der am weitesten vorn befindlichen sächsischen Husarenabteilung der Premierlieutenant von Lindenau, Adjutant des Generalmajors von Gersdorff, der sich derselben angeschlossen hatte, der Souslieutenant von Lindenau von der Escadron von Gutschmid sowie noch zwei Offiziere und 25 Mann von den Pferden absprangen, und, in der einen Hand den Säbel, in der anderen die Pistole, in den Wald eindrangen, der feindlichen Infanterie kühn entgegengingen und nach heftigem Kampf 4 Offiziere und 75 Mann zu Gefangenen machten.“

 

Spiesen wird während der Kämpfe in der Region ebenso wie die umliegenden Orte immer wieder durch Truppendurchzüge und Kampfhandlungen in Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung bleibt soweit es möglich ist, in ihren Häusern und entfernt sich möglichst nicht vom Ort.

 

Am 17.11.1793 kommt es bei Biesingen zu einer Schlacht, die die Franzosen unter General Lazare Hoche für sich entscheiden können. Preußen und Österreicher ziehen sich zurück. Die Verluste der Franzosen betragen etwa 900 bis 1000 Mann, die der Preußen sind mit etwa 100 Mann Verluste deutlich geringer.

13. September 1794

Erneuter Angriff der Franzosen bis zur Spieser Höhe. Am selben Tag Vorstoß der Preußen unter dem Herzog von Braunschweig. Die Franzosen werden bis St. Ingbert zurückgeschlagen und verlieren 4000 Mann und 20 Kanonen. Blücher bildet eine Postenkette Rohrbach – Spiesen – Bildstock und rückt mit seinem Husarenregiment bis Saarbrücken vor.

 

1795

Ab Dezember 1795 ist die Region weitgehend sicher in französischer Hand. Der Volksrepräsentant Becker wird aus Paris in die Region entsandt, um die Taten der französischen Kriegskommissare zu untersuchen, die sich skrupellos bereichert hatten und denen unzählige Vergehen angelastet werden. Becker schreibt: „Die Kirchen aller Bekenntnisse sind von ihren goldenen und silbernen Gefäßen, ihren Ornaten und leinernem Gerät ausgeleert worden. Die Glocken, Uhren, Orgeln, das Eisenwerk [in St. Ingbert], das Blei an den Fenstern, selbst das Eisenwerk in den Privathäusern, sogar die Schlösser an den Türen hat man weggenommen und abgerissen, die kostbarsten Möbel, die Weine, Branntweine, das Getreide und alle Gattungen Vieh, dessen Anzahl sich nicht berechnen lässt, sind oder sollen an die Centralcommission zu Landau spediert worden sein.“  Die Schandtaten der Revolutionstruppen sind „bei zivilisierten Nationen ohne Beispiel.“ Der Regierung in Paris wird klar, dass die Bevölkerung bei dieser Behandlung der Revolution keine Sympathie entgegenbringen wird.

1797

Die Bergwerksgesellschaft Compagnie Equer pachtet die saarländischen Gruben. Sie führt die Gemeinde-Berechtigungskohlen wieder ein und gründet die Knappschaftskasse anstelle der alten Bruderbüchsen. [Sozialkassen, Vorläufer der Saarknappschaft]

1798

Der Lehrer und Küster Johann Georg Bauer (* 2.3.1759 Wiesviller + 16.4.1840 Spiesen) kommt um 1798 nach Spiesen, nachdem er vorher als Lehrer in verschiedenen Orten gearbeitet hatte. Er stammt aus Bliesbrück und ist Sohn des Lehrers Johann Georg Bauer und Anna Maria Erminger. Da die katholische Kirche seit dem 30-jährigen Krieg zerstört war und Spiesen keine Pfarrkirche mehr hatte, beschloss Bauer – zunächst mit Hilfe der Schuljugend – und dann mit Unterstützung der Gemeinde eine neue Kirche zu bauen. Spenden wurden gesammelt und erreichten Spiesen aus nah und fern. Der in Spiesen geborene Johann Christian Gräber, Capitaine der französischen Armee schickte Geld aus Metz und die jüdischen Familien spendeten Geld für eine neue katholische Kirche.

1800

Die neue Pfarrkirche wird am 25. August offiziell eingeweiht, nachdem am 29.12.1799 die erste Taufe im ersten katholischen Kirchenbuch von Spiesen eingetragen wurde. Der erste Täufling war Johann Nicolaus Wittling, der Sohn von Johannes Wittling und Katharina Schuhmacher. Die Kirche wird dem französischen König Ludwig IX. geweiht, der als Ludwig der Heilige (Saint Louis) bezeichnet wird.

 

1801

Friede von Lunéville: Der Rhein wird französische Grenze und die linksrheinischen Gebiete zu französischen Departements. Spiesen gehört zum Departement de la Sarre und liegt im Canton Ottweiler.

 

3. Dezember 1801: Durch das Konkordat zwischen Papst Pius V. und Napoleon wird Spiesen vom Bistum Metz getrennt und der Diözese Trier zugeschlagen.

1803

Spiesen wird Sukkursal-Pfarrei, einer Unterpfarrei, die einer Kantonalpfarrei (Ottweiler) unterstellt ist. Im gleichen Jahr beginnt der Bau eines Pfarrhauses. Die ersten Pfarrer waren meist Pater und blieben nur kurze Zeit.

Serenus Schmückler, Franziskaner (bis November 1800), Salustianus Neurohr, Franziskaner (bis 1803), Fridericus Haupricht (bis Mitte August 1803), Franciscus Brixius, Franziskaner (1805), L. Garohs (bis 1806), Antonius Jentes, der erste Priester, der länger in Spiesen weilte und 1814 in Spiesen starb.

1806

Auflösung des deutschen Kaiserreichs. Gründung des Rheinbundes durch Napoleon.

 

Ab 1801 galt die Konskription, der Wehrdienst, in Spiesen und viele junge Männer dienten mehr oder weniger freiwillig in der napoleonischen Armee. Die Konskription betraf nicht alle, denn die Zahl der Rekruten richtete sich nach der Einwohnerzahl. Gab es zu viele Kandidaten, wurde gelost. Eine Möglichkeit, dem Wehrdienst zu entgehen, bestand darin, einen Ersatzmann zu finden, den man jedoch dafür bezahlen musste. Diese Regelung galt nicht für Juden, obwohl sie dem Gesetz nach allen anderen Bürgern gleichgestellt waren. Die Soldaten aus Spiesen werden auf allen Kriegsschauplätzen von Spanien bis Russland eingesetzt.

1808

Napoleonische Namensgesetzgebung für die Juden, die noch keine festen Familiennamen führen. Die Familien müssen auf den Standesämtern einen Familiennamen ihrer Wahl eintragen lassen. Die Familie von Calmen David heißt fortan Lion, die von Joseph David heißt August.

1813

Neubau der Spieser Mühle.

1814 - 1815

Vormarsch Feldmarschall Blüchers mit preußischen und russischen Truppen durch Spiesen.

Während die Koalitionstruppen versuchen, Napoleon zu besiegen, kämpfen viele Männer aus der Region in der französischen Armee gegen ihre „Befreier“.

 

Auf dem Wiener Kongress wird die Neuordnung Europas beschlossen und die Sieger über den Korsen teilen viele ehemals französische Gebiete unter sich auf. Spiesen fällt mit dem größten Teil des heutigen Saarlandes an Preußen, die Saar-Pfalz geht – auch aus historischen Gründen – an Bayern und der Raum St. Wendel an Oldenburg.

 

1816

Der Kreis Ottweiler wird geschaffen, zu dem Spiesen gehört. In Trier ist der Sitz des Regierungsbezirks.

1820 - 1821

Die Totenbestattung um die Kirche wird eingestellt, weil es an Platz mangelt. Spiesen hat inzwischen über 500 Einwohner. Der Friedhof wird ins Mühlental verlegt und 1821 wird eine Kapelle gebaut, die der heiligen Anna gewidmet ist. (1827)

 

Durch die päpstliche Bulle „de salute animanum“ kommt Spiesen nach langer Wartezeit endgültig zum Bistum Trier.

 

Das Amtsblatt der Königl-Preußischen Regierung zu Trier meldet, dass der Sohn des Unterförsters von Elversberg, Daniel Bolz, für den Abschuss einer alten Wölfin 12 Taler Belohnung erhalten habe. Die Wölfe wurden als Schädlinge betrachtet, weil sie hin und wieder  das Vieh der Bauern rissen. Durch die Abschussprämien und die intensive Bejagung wurden die Wölfe im Saargebiet bis 1900 ausgerottet.

1832

Die jüdischen Verstorbenen wurden bis 1832 auf dem jüdischen Friedhof in Illingen bestattet, doch das Anwachsen der jüdischen Gemeinden in Neunkirchen und Spiesen führt dazu, dass ein eigener Friedhof auf der Spieser Höhe errichtet wird: „An den Vorsteher der israelitischen Gemeinde zu Spiesen Isaac Victor. Sie werden hiermit benachrichtigt, daß infolge kraft des königl. Landraths vom 28. d.M. (des Monats) Nr. 1679 die beabsichtigte Anlage eines Judenkirchhofs auf der Höhe zwischen Spiesen und Neunkirchen für die letztbenannten Gemeinden genehmigt wird. Daher die Judenschaft ohne Bedenken die Anlage des Kirchhofes beginnen kann. Neunkirchen, den 3. Januar 1832.“

 

Zu Spiesen gehören im Jahre 1832: Spiesermühle (2 Wohnhäuser, 24 Einwohner -  3 katholisch und 21 evangelisch), Elversberg (3 Wohnhäuser, 22 Einwohner – 8 katholisch und 14 evangelisch), Faulenberg, Menschenhaus genannt (3 Wohnhäuser – 21 Einwohner – 15 evangelisch und 6 lutherisch), in Spiesen selbst sind es 118 Wohnhäuser, 740 Einwohner (561 katholisch, 120 evangelisch und 59 jüdisch).

 

1836

Der jüdische Viehhändler Theobald Lion vergrößert und verändert sein Haus und verziert den Türsturz mit seinen Initialen TL.

1837

Der Eisenerzstollen „Karl am Elversberge“ wird aufgefahren.  

 

1. Mai 1837: Grundsteinlegung des Schmalwiesschulhauses. Ab dem 27. November wird der Schulbetrieb aufgenommen.

12. Juli 1847

Im Holzhauertal wird mit 11 Mann Belegschaft ein Stollen angehauen, der nach dem preußischen Minister Freiherr von Heinitz (1725 – 1802) „Heinitzstollen“ genannt wird und 115 Jahre lang Tausenden von Bergleuten Arbeit und Brot geben wird. 1962 erfolgt die Stilllegung der Grube Heinitz, die insbesondere für die Bergleute aus Spiesen und Elversberg von großer Bedeutung war.

 

Auf dem Elversberg gibt es nur ein Forsthaus, ein ehemaliges Torwärterhäuschen und die Ziegelei. Insgesamt wohnen etwa 30 Personen dort. 1852 sind es etwa 40.

1849

Die Gemeinde Spiesen hat 869 Einwohner und darunter sind 76 Juden, deren Zahl damit einen Höchststand in der Geschichte Spiesen erreicht. 8,74% der Bevölkerung sind Juden. Zum Vergleich: 1925 sind es 0,42% der Bevölkerung bei einer Gesamtzahl von 5182 Einwohnern.

1850

Eisenbahnanschluss Heinitz, wobei es hier vor allem um den Transport der Kohle geht.

1851

Die Grube Heinitz wird selbstständig.

1852 - 1854

Auf dem Elversberg wird das erste Schlafhaus für Bergleute errichtet.

 

Bergleute aus Hessen, Thüringen, dem Harz, Böhmen und anderen Regionen werden angeworben. Es kommen viele Arbeiter aus der Pfalz, dem Hunsrück und dem nördlichen Saarland, um Arbeit in der Kohle- und Stahlindustrie zu finden. Spiesen und Elversberg wachsen sehr schnell und die ehemaligen Nachbardörfer  Neunkirchen und St. Ingbert werden bald zu Städten. 

 

Wer sich in Spiesen ansiedeln will, muss ein Zuzugsgeld an die Gemeinde bezahlen, was dazu führt, dass die meisten Ankömmlinge in Elversberg bleiben.

 

1854: 400 Bergleute beziehen das Schlafhaus in Elversberg.

 

Kurt Hoppstädter schreibt zu Elversberg: „1852 gegründete Bergmannskolonie, die durch Kabinettsordre vom 13.4.1872 von Spiesen abgetrennt und mit verschiedenen Stücken vom Bann Neunkirchen zur selbständigen Gemeinde erhoben wurde. Im 18. Jahrhundert stand hier nur ein Torhaus des fürstlichen Wildgatters, das zugleich Forsthaus war. 1774 Flurnamen „auf dem Elmersberg“, der von althochdeutsch „elm“, mittelhochdeutsch „ilm“ = Ulme abzuleiten ist. Name in der amtlichen Schreibweise in Elversberg verballhornt, während die Bevölkerung bis heute noch richtig „Elmerschberg“ sagt.

1856 - 1861

Acht Häuser entstehen in Elversberg, 1857 sechs und 1858 fünfzehn Häuser. Danach gehen die Einwohnerzahlen steil nach oben und 1861 gibt es schon 138 Wohnhäuser mit 959 Einwohnern. 1860 wird in Elversberg ein Turnverein gegründet und die „Kolonie Elversberg“ entwickelt sich zu einer Gemeinde.

 

Friedrich Wilhelm Hoppstädter ist von 1860 – 1874 Ortsvorsteher in Spiesen.

1865

Das Postamt Spiesen wird eröffnet.

1866

Eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte. Die Zahl der Bergleute hat sich verfünffacht und die Kohleförderung ist acht Mal so hoch wie 1849.

1867

Ein Konsumverein wird gegründet.

1868

Gründung der evangelischen Kirchengemeinde Elversberg, zu der auch die evangelischen Spieser gehören. Die Katholiken gehören alle zur Kirchengemeinde in Spiesen. Vorher gehörten die Evangelischen zu Neunkirchen.

 

In Elversberg gründet die Knappschaft eine Kleinkinderschule. Die Zahl der Handwerksbetriebe , der Vereine und sonstiger Einrichtungen in Elversberg steigt.

3. Juli 1869

Der preußische König Wilhelm I. verkündet die endgültige Gleichstellung der jüdischen Bürger: „Einziger Artikel: Alle noch bestehenden, aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte werden hierdurch aufgehoben. Insbesondere soll die Befähigung zur Teilnahme an der Gemeinde- und Landesvertretung und zur Bekleidung öffentlicher Ämter vom religiösen Bekenntnis unabhängig sein.“  Theobald erlebt kurz vor seinem Tod noch die Gleichstellung mit den anderen Bürgern. Geboren wurde er noch unter dem Grafen von Nassau-Saarbrücken. Die Juden in Spiesen waren schon vor dem Gesetz im Gemeinderat vertreten und bis ins 20. Jahrhundert lässt sich ihr überproportionales Engagement für die Gemeinde nachweisen. Einige jüdische Bürger wurden immer wieder in verschiedene Gremien gewählt.

 

Neuanlegung des Friedhofs auf dem Kahlenkopf (heute Gänsbergfriedhof).

1870 - 1871

Deutsch-französischer Krieg. Die Schlacht von Spicheren im August 1870 ist die erste größere Auseinandersetzung dieses Krieges und in Elversberg wird ein Lazarett eingerichtet. Auf dem Elversberger Friedhof in der Neunkircherstraße finden sich Kriegsgräber aus dem Krieg.

13. April 1872

König Wilhelm I. von Preußen gibt trotz des Widerstands des Spieser Gemeinderats durch Erlass der bisherigen „Colonie Elversberg“ die Selbstständigkeit als eigene Gemeinde und trennt die hierzu erforderlichen Banngebiete von Neunkirchen und Spiesen ab.

 

Elversberg hat 1872 schon 2074 Einwohner.

Die Gemeindevertretung von Spiesen hatte sich schon ab 1861 vehement gegen die Eigenständigkeit Elversbergs gewandt.

1875

Die alte Kirche in Spiesen ist zu klein geworden und es wird beschlossen, eine größere an der gleichen Stelle zu errichten, doch das Geld reicht nicht, so dass zunächst nur ein Provisorium bestehend aus der alten Kirche und der neuen gebaut wird.

 

1877 - 1879

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Elversberg.

 

1879 Ortsvorsteher Raber von Spiesen bemüht sich um die Bildung einer freiwilligen Feuerwehr in Spiesen, die 1884 schließlich gegründet wird.

1880

In diesem Jahr hat Elversberg (2762) erstmals mehr Einwohner als Spiesen (2734).

1881

Spiesen wird selbstständige katholische Pfarrei.

1885 - 1888

Das Kirchenprovisorium in Spiesen wird beendet und die neue Kirche wird weiter gebaut.

1887 erfolgt die Einweihung der neuen St. Ludwigskirche.

 

1887: Die Reichspostagentur in Elversberg wird eingerichtet.

 

1888: In Spiesen wird der Turnverein gegründet.

 

Im Dreikaiserjahr 1888 stirbt König Wilhelm I., ihm folgt sein Sohn Friedrich Wilhelm, der als Friedrich III. den Thron besteigt und wenige Monate später ebenfalls stirbt. Dessen Sohn Friedrich Wilhelm wird am selben Tag als Wilhelm II. Kaiser.

1889

Es kommt zu einem Bergarbeiterstreik, in dessen Folge Bergleute auf den Gruben Heinitz und Dechen entlassen werden.

1890

Einweihung der evangelischen Kirche in Elversberg. Der Baumeister Carl Friedrich Müller, der auch die katholische Kirche in Spiesen baute, erlebt die Einweihung nicht mehr, denn er stirbt am 1.8.1889 in Hersfeld.

 

1893

Bau des Peter-Schulhauses in Spiesen.

1896

Gründung der Spiesen-Elversberger Spar- und Darlehenskasse durch Pastor Kollmann, Lehrer Schnur und die Herren Klein, Fuß, Denne, Braun und Kohler.

1897

Die Gemeinde Friedrichsthal kauft große Teile des Geländes der Spiesermühle zum Bau eines Wasserwerks

1898/99

Bau des Friedrichsthaler Wasserwerks im Mühlental über der Kaiser-Wilhelm-Quelle.

1900-1902

Spiesen wird mit Wasser aus dem Friedrichsthaler Wasserwerk versorgt und durch amtliche Bekanntmachung werden die öffentlichen Brunnen in Spiesen stillgelegt.

13. Oktober 1901

Die katholische Herz-Jesu Kirche in Elversberg wird eingeweiht und am 25. Juli 1903 durch Bischof Michael Felix Korum konsekriert.

1902

Errichtung des Spieser Gaswerks im Hintereck und Einführung der Gasbeleuchtung im Ort.

 

Die Friedrichsschule in Elversberg wird gebaut.

1907

Bau der Mittelbergschule in Spiesen.

1909

Die katholische Kirchengemeinde Elversberg wird gebildet.

 

Gründung des Sportvereins Borussia Spiesen sowie des Männergesangvereins, des Ringervereins AC Deutsche Eiche und des Schützenvereins Ruhig Blut.

1910

Gründung des Obst- und Gartenbauvereins Spiesen.

1911

Gründung eines Kriegervereins für Reservisten.

1912

Gründung des „Zentrums“ in Spiesen

1914

Beginn des 1. Weltkriegs, Einberufung vieler Reservisten aus Spiesen und Elversberg, Kriegsbegeisterung, weil man glaubt, es sei ein Krieg wie 1870/71, der in wenigen Monaten mit einem Sieg Deutschlands beendet werde.

 

Das erste Auto in Elversberg gehört Dr. Trittelvitz, hat 12 PS und gehört zur Marke „Wanderer“. Es soll 65 km schnell gewesen sein. (HK 1979, S. 50f) BILD

 

1917

Abgabe der Kirchenglocken nach dem Motto „Glocken zu Kanonen“. Gründung der SPD-Ortsgruppe Elversberg,

 

Gründung des Reichsbunds der Kriegsopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen.

1918

Ende des 1. Weltkriegs, Flucht des Kaisers, Aufstände und das Leid der Hinterbliebenen. 361 Soldaten aus Spiesen (174) und Elversberg (187) sind im 1. Weltkrieg gefallen und viele weitere wurden verwundet.

1919

Vertrag von Versailles, der Deutschland die Alleinschuld des Krieges und große Reparationszahlungen auferlegt.

 

Modehaus Düpre in Elversberg.

 

Das erste Auto in Spiesen gehört der Familie Köhlhofer, die es „aus Heeresbeständen des 1. Weltkrieges in Zweibrücken ersteigert“ hatte. (HK 1979, S. 44 BILD)

1920

Das Saargebiet entsteht.

 

Der Brieftaubenverein „Tempo“ wird gegründet.

1921

Die ersten Kinos, Lichtspieltheater Kohler und Alexander-Lichtspiele eröffnen. Die Stummfilme werden noch „live“ auf dem Klavier begleitet.

1922

Spiesen und Elversberg scheiden aus dem Bürgermeistereiverband Neunkirchen aus und bilden eine eigene Bürgermeisterei mit Sitz in Spiesen.

1.6.1923

Die französische Währung wird zum alleinigen Zahlungsmittel (1 Franc entspricht 4875 Mark und am 15.11. entspricht 1 Franc 138 Milliarden Mark)

1925

Einführung der elektrischen Stromversorgung. Inbetriebnahme der Straßenbahnlinie Spiesen-Friedrichsthal-Saarbrücken.

1926

Bau der Straßenbahnlinie Spiesen-Neunkirchen.

Tankstelle Herges in der Hauptstraße von Spiesen.

1927

Evangelisches Gemeindehaus wird in Elversberg gebaut.

1929

Gründung des DRK Ortsvereins Spiesen.

1930

Kneippverein Elversberg

 

Peter Schmitt (* 3.3.1887 Pachten (Dillingen) + 30.4.1931 Spiesen) war von 1924 bis 1931 Pastor in Spiesen. 1927/ 28 erfolgte in seiner Amtszeit die erste große Renovierung der St. Ludwigskirche. Er war ein Förderer und Unterstützer des DJK-Sportplatzes auf dem Mittelberg. Als Gegner der Nationalsozialisten ließ er keine Gelegenheit aus, sie anzugreifen. Im September 1930 forderte er die Nazis in einer Predigt heraus, indem er sagte: „Schlagt die Hakenkreuzler mit Knüppeln zum Dorf hinaus.“ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und die NSDAP –Ortsgruppe Spiesen verteilte ein Flugblatt, in dem es hieß: „Auch dieser Pastor Schmidt [sic] von Spiesen wird die nationalsozialistische Lawine, welche stündlich und immer weitere Volksteile erfasst, nicht aufhalten können. Darum Volksgenossen, gebt diesem kleinen Pastor mit dem großen Machtdünkel die richtige Antwort.“ Der Text des Flugblatts enthält neben den schon üblichen Verunglimpfungen der Juden und NS-Gegner den Versuch, sich zu Opfern derjenigen zu stilisieren, die sie vertreiben, unterdrücken und vernichten wollten.

Schmitt konnte seinen Kampf gegen die Nazis leider nicht weiterführen und starb schon 1931 im Alter von nur 44 Jahren Im Jahr darauf wurde ihm zu Ehren ein Denkmal auf dem DJK-Sportplatz gebaut. Als späte Rache an ihrem Gegner ließ die nationalsozialistische Verwaltung 1940 das Denkmal aus der Ortsmitte an die Ecke der Kirche umsetzen, wo es heute noch steht.

 

1931

In den Alexanderlichtspielen Spiesen läuft der erste Tonfilm.

 

Der Unterhaltungsverein „Jäbs Buwe“ wird gegründet.

1932

Tankstelle Olex in Elversberg

1933

Hitler wird Reichskanzler und die Menschen im Saarland können die politische Entwicklung im Deutschen Reich aus dem Saarland verfolgen.

 

Die Autotransportunternehmen Alois Gräber und Jakob Recktenwald sowie Friedrich Mootz in Elversberg werden gegründet.

1934

Der Heimatverein Spiesen wird gegründet.

 

Bau des Rathauses an der Neunkircher Straße.

 

Die Juden in Spiesen, deren Familien zum Teil seit Ende des 18. Jahrhunderts in Spiesen lebten, beginnen ihren Besitz zu verkaufen, um nach der Abstimmung, deren Ergebnis sie Hitlerdeutschland ausliefern würde, schnell ihre Heimat verlassen zu können.

 

Ebenso bereiten viele Gegner Hitlers ihre Flucht vor, da sie befürchten, verhaftet zu werden. In Spiesen und Elversberg halten sich Regimegegner auf, die 1933 aus dem Deutschen Reich geflohen waren und gegen die Angliederung des Saarlandes kämpfen.

1935

Erste Saarabstimmung, das Gesamtergebnis im Saarland: 8,84% stimmen für die Beibehaltung der gegenwärtigen Rechtsordnung (Status quo), 0,4% für die Vereinigung mit Frankreich und 90,76% für die Vereinigung mit Deutschland.

 

Von den 8918 Stimmberechtigten in Spiesen und Elversberg stimmen 768 (8,61%) für Status quo, 8 (0,09%) für Frankreich und 8142 (91,3%) für Deutschland.

 

In den Tagen vor der Abstimmung finden  Kundgebungen der deutschen Front statt. Separatistische Bergarbeiter verteilen Flugblätter auf dem Grubenweg zwischen Heinitz und Elversberg.

 

Am 13.1., dem Abend der Abstimmung, gibt es einen Fackelzug in Spiesen und eine Feier am Hindenburgdenkmal (Einmündung Rohrbacherstraße), wo der Ortsgruppenleiter der NSDAP eine Rede hält.

 

Der OB von Duisburg, Just Dillgardt, in Elversberg geboren, gratuliert Bürgermeister Heinrichs.

 

Am 17.1. ist ganz Elversberg mit riesigen Hakenkreuzen, die an den höchsten Stellen aufgehängt werden, beflaggt. Ein Fackelzug marschiert zum Hindenburgplatz.

 

Einen Tag später „emigrieren“, besser gesagt fliehen, die ersten Bürger aus dem Ort ins Ausland.

 

30.1.35: Am Abend werden zwei an einem Galgen hängende Strohpuppen verbrannt. Dabei singen die angetretenen NS-Formationen den Text: Soldaten-Kameraden, hängt den Sch. – stellt Kr. an die Wand. Hier wird vorweggenommen, was dem politischen Gegner blüht.

 

Die neue Gemeindeordnung nach dem „Führerprinzip“ wird eingeführt.

 

5.2.35: Einige Straßen werden umbenannt: Horst-Wessel-Str., Albert-Leo-Schlageter-Str., Hermann-Göring-Str. und Bürgermeister Heinrichs schickt ein Ergebenheitstelegramm an Hitler.

 

Neben vielen „Rückgliederungsfeiern“ wird am Rande des Nassenwalds eine „Befreiungseiche“ und am Eingang des Schlangentals eine „Hitler-Linde“ gepflanzt.

 

Pastor Koll feiert in Elversberg sein 25jähriges Priesterjubiläum.

 

Die Sängervereinigung wird unter Vorsitz von Johann Rheinheimer in Spiesen gegründet.

 

Die Gallinger-Anlage im Marienwäldchen wird ausgebaut. Hinter dem Gemeindeplatz in Spiesen entsteht ein neuer Marktplatz.

 

Dafür musste die jüdische Familie Meyer unter Druck der Gemeinde ihr Grundstück weit unter Wert verkaufen. Nach dem Krieg lehnte die Gemeinde zunächst ab, den Kaufpreis auszugleichen. Im Protokoll vom 10.6.1948 heißt es: „Die Gebrüder Meyer verlangen durch ihren Rechtsanwalt die Rückgabe der im Jahre 1935 an die Gemeinde verkauften Grundstücke gemäß Verordnung Nr. 120 der Militärregierung vom 10. Dezember 1947. Der Antrag wurde einstimmig abgelehnt.“ (Dornen, S. 141, Gemeindearchiv Nachlass Geischer) Erst der Druck der Restitutionskammer in Saarbrücken führte zu einem Vergleich und einer Aufzahlungssumme durch die Gemeinde: „ Der Gemeinderat stimmt dem Vergleich und der Übernahme der Prozeßkosten einstimmig zu.“ (a.a.O.)

 

Die Zusammensetzung des Gemeinderats aus verschiedenen Parteien sei ein „Unding“ stellte der Bürgermeister fest. Die Fraktion der Deutschen Front nehme nun alle Interessen wahr. Es wird beschlossen, die Adolf-Hitler-Straße (früher und heute: Hauptstraße) vom Hindenburgdenkmal bis zum Hungerpfuhl auszubauen.

 

Am 9.4. findet im Saal Buchheit ein Elternabend der Hitler-Jugend statt. Scharführer Heberle spricht. Im gleichen Saal wird die NSDAP Ortsgruppe Spiesen gegründet.

 

An Hitlers Geburtstag (20.4.) wird der offizielle Grundstein des Galgenbergturms gelegt, der zunächst Hindenburgturm heißen sollte, nun aber zu Ehren des „Führers“ in „Adolf-Hitler-Turm“ umbenannt wird.

 

19.6. Der Bergmann Matthias S. aus Spiesen wird als ehemaliger Status quo Anhänger in Schutzhaft genommen. Die Verfolgung Andersdenkender nimmt langsam Gestalt an.

 

Im August wird ein Schulungsabend der NSDAP durchgeführt. Es spricht der Parteigenosse Rudolf aus Neunkirchen zu dem Thema: „Ohne Lösung der Judenfrage keine Lösung der Sozialfrage“. Die Hetze gegen die Juden durchdringt alle Lebensbereiche.

 

Passend dazu fragt die Saar- und Blieszeitung „Zigeuner“ betreffend: „Wann werden endlich unsere Heimatgaue von jenen Fremdkörpern gesäubert sein?“

 

Eine Veranstaltung in Elversberg soll die Frauen an ihre Pflichten im NS-Staat erinnern: „Die Aufgabe der nationalsozialistischen Frau“ – Sie soll zum Beispiel nur Waren in deutschen Geschäften kaufen.

 

Hermann Göring besucht Spiesen und die Umgebung. Auf seiner Fahrt durch den Ort wird er von begeisterten Anhängern  gefeiert.

 

Pastor Schmitts Nachfolger Jakob Didas (* 1886 Bilsdorf + 1965 Kloster Himmerod) und sein Kaplan Alois Woll (* 5.5.1909 Wemmetsweiler + 18.11.1984 Schillingen) waren ebenfalls Gegner der Nazis. Während einer Abwesenheit von Pfarrer Didas sollte Woll am 5.7.1935 verhaftet werden, doch die Katholiken in Spiesen erfuhren von dieser Absicht und nach dem Läuten der Kirchenglocken versammelte sich eine große Menschenmenge vor der Kirche und vereitelte durch ihre Anwesenheit die Verhaftung des Kaplans. Am 19.10.35 fand vor dem Schöffengericht Neunkirchen die Verhandlung gegen „Rädelsführer“ der Aktion statt, die zu kleineren Strafen verurteilt worden waren. Im Vorfeld mussten sie etliche Tage im Gefängnis verbringen. Einige hatten bis zum Ende der NS-Zeit unter den Repressalien der örtlichen Parteifunktionäre zu leiden. Das Unterdrückungssystem der Nazis war 1935 im Saarland noch nicht so effizient durchorganisiert und die Schlüsselstellen noch nicht alle von Nazis besetzt, so dass diese Protestaktion überhaupt noch möglich war und die Betroffenen relativ glimpflich davon kamen. Diese Geschichte des katholischen Widerstands gegen die NS-Diktatur wurde seither immer wieder erzählt und enthält neben verschiedenen Namen  unterschiedliche Abläufe und Bewertungen.

 

Am 26.8.1935 wird ein Einbruch in die Synagoge von Spiesen gemeldet und von der Polizei in Spiesen aufgenommen. Sechs Thorarollen und Silbergeräte sollen entwendet worden sein. Auf dem Schutt werden zerrissene Bücher gefunden, die von Gemeindearbeitern dort entsorgt wurden. Der Einbruch und die Diebstähle werden nie eindeutig geklärt, doch es zeigen sich Indizien, die auf eine antisemitische Einstellung hindeuten. Die Täter wollen ihre einstellung deutlich machen, indem sie sich den Nazis als treue Anhänger präsentieren. Die Gestapostelle Neunkirchen vermutet einen fingierten Einbruch und die letzten Juden Spiesens werden diskreditiert.

 

1936

„Die letzten Juden verließen Spiesen am 10. Februar 1936. Es waren die in Spiesen allseits beliebten „Mamschen“ Schwestern Rebekka, Sarah Franziska, Flora und Delfine Meyer, von denen die jüngste 61 und die Älteste 72 Jahre alt waren. Sie gingen nach Echternach und es war ihnen nicht vergönnt, friedlich ihr Leben in ihrem Häuschen zu beschließen, denn Sarah starb noch im gleichen Jahr in Luxemburg und ihre drei anderen Schwestern wurden 1943 in Auschwitz vergast.“

 

Am 31. März 1936 wird Spiesen-Elversberg als erster Gemeinde (nichtstädtische kommunale Körperschaft) ein Wappen verliehen. Vorher waren nur Städte berechtigt, ein Wappen zu führen.

Beschreibung: „Von Silber und Schwarz durch eine flache Spitze geteilt; oben eine an grünem Stiel mit zwei Blättern wachsende rote Rose mit goldenem Samen und grünen Kelchblättern, begleitet von zwei wachsenden grünen Ähren, unten eine goldene Grubenlampe mit silbernem Glas, begleitet von zwei goldenen Kleeeblattfußspitzkreuzen.“ Der Entwurf stammt von dem Heraldiker Dr. Otfried Neubecker und beinhaltet eine historische Symbolik:

„Die silbernschwarze Schildteilung versinnbildlichte Spiesen und Elversberg als zwei Orte mit damals vorherrschend bergmännischer Bevölkerung, die unter Tage (schwarzer Hügel mit Grubenlampe) ihr Brot verdiente, daneben aber auch noch über der Erde im Tageslicht (silbernes Feld mit Ähren) der Landwirtschaft nachging. Die Rose, entnommen dem Konventssiegel der Abtei Wadgassen, stand für die Grundherrschaft dieses Klosters, aber auch des Klosters Neumünster, und die beiden Kreuze, entnommen dem Wappen der Grafen von Saarbrücken-Commercy, für die Territorialherrschaft dieses Grafenhauses über die Gebiete von Spiesen und Elversberg im Mittelalter.“

1937

Das Ruhbachtal wird unter Naturschutz gestellt.

 

Verrohrung des Mutterbaches in der Rohrbacherstraße.

 

Der Pimpfenbrunnen in der Rohrbacherstraße wird errichtet.

 

Die alten Gaslampen werden aus den Spieser Straßen entfernt.

1938

Karosseriewerkstatt Leo Gergen auf der Spiesermühle wird gegründet, ebenso Transporte Jakob Rammo.

 

In Elversberg wird im Frühjahr mit dem Bau eines neuen Schulhauses begonnen.

 

Die Verbindungsstraße Spiesen-Rohrbach wird ausgebaut.

 

Der Turnhallen-Neubau an der Kaiserlinde steht vor der Fertigstellung.

 

Die ersten Volkswagen können in den Betrieben (Saargruben, Neunkircher Eisenwerk usw.) bestellt werden.

1939

Beim Bau des Westwalls sind viele Arbeiter aus Spiesen beteiligt. Im Rödgestal werden drei Bunker fertiggestellt, die nicht als Kampfbunker, sondern als Nachschubbunker dienen sollen.

 

Am 1.September beginnt der zweite Weltkrieg. In der Adolf-Hitler-Str. 89 (Hauptstraße) kommt an diesem Tag Maria König, geb. Werth durch ein einquartiertes Soldatenpferd ums Leben. Sie hinterlässt drei Kinder, Hilde, Anna und Oswald sowie ihren Ehemann Johann König.

 

Die Elversberger Ziegelhütte, die seit 1918 der Grubenverwaltung gehörte und seit den 1770er Jahren in Betrieb war, stellt ihre Produktion ein.

 

197 kinderreiche Frauen aus Elversberg und 166 Frauen aus Spiesen erhalten das „Ehrenkreuz der deutschen Mutter“, je nach Kinderzahl in Bronze, Silber oder Gold.

 

Dem Essener Oberbürgermeister und SS-Standartenführer Just Dillgardt, der 1889 in Elversberg geboren wurde, wird in Elversberg die Ehrenbürgerwürde verliehen. Diese ist ihm bis heute nicht entzogen worden.

 

In Spiesen wird die Haberdell von den letzten Siedlern bezogen.

 

Im August können Gasmasken mittwochs und samstags im „Braunen Haus“ in Spiesen abgeholt werden.

 

Viele Männer erhalten ihren Gestellungsbefehl zur Wehrmacht.

 

 

1940

Das Gaswerk in Spiesen produziert kein Gas mehr und wird zum Bauhof der Gemeinde umfunktioniert.

 

Alle Jungen und Mädchen ab dem 10. Lebensjahr sollen künftig dienstverpflichtet werden können.

 

Erster Kartoffelkäfersuchtag in Spiesen. Sonderzuteilung von 62,5g Käse pro Helfer, die sich zumeist aus Kindern und älteren Leuten rekrutieren.

 

Prof. Kloevekorn spricht in Neunkirchen zu dem Thema: „Juden – Totengräber des Volkes“. Der Vortrag ist Teil der NS-Strategie, die jüdischen Mitmenschen zu diffamieren und für die Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Juden Zustimmung und Rückhalt in der Bevölkerung zu erhalten. Viele dieser Vorträge werden in Betrieben, Schulen und anderen Einrichtungen gehalten und die Teilnahme ist Pflicht.

 

Die „Zwangsentjudung“ von Forst- und Grundbesitz gehört zum Enteignungsprogramm der Regierung.

 

Der Druck auf die Menschen wird weiter erhöht. Minimale Vergehen werden drastisch bestraft. Es gibt Festnahmen wegen der Weitergabe von englischen Flugblättern. Zwei Frauen aus Spiesen und Elversberg werden in das Arbeitslager Brauweiler eingewiesen.

1941

Die Nazis schließen den katholischen Kindergarten.

 

Vier Bürger, die feindliche Sender gehört haben, werden zu Zuchthausstrafen zwischen zwei und vier Jahren verurteilt.

 

Im Lokal Kräber in Elversberg findet eine Kundgebung der NSDAP unter dem Titel „Führer befiehl, wir folgen“ statt.

1942

Die Kriegsverluste steigen und viele Familien in Spiesen und Elversberg müssen den Tod eines Familienmitglieds betrauern. Durch die Luftüberlegenheit der Alliierten kommt es zu häufigen Luftalarmen, Tiefflieger beschießen Zivilisten und viele Familien bauen sich provisorische Bunker in der Nähe ihrer Häuser.

 

Das Friedrichsthaler Wasserwerk wird stillgelegt, geht mit allen Bohrungen und Rechten in den Besitz der Saargruben über und wird demontiert.

 

Das Braunsche Schlößchen in Elversberg brennt ab. Es war für eine neue Postdienststelle vorgesehen.

 

Elversberg feiert das 70-jährige Bestehen als eigenständige Gemeinde.

 

Der aus Elversberg stammende Heinrich Konrath wird wegen angeblicher „Vorbereitung zum Hochverrat in Verbindung mit Beihilfe zum Landesverrat“ vom Volksgerichtshof in Berlin zum Tode verurteilt und am 15. September in Stuttgart hingerichtet. Heinrich Konrath war Widerstandskämpfer und gehörte der KPD an.

1943

Die Firma WILKAPATENT kommt nach Spiesen und produziert zunächst Güter für den Krieg.

 

 

1944

Der „totale Krieg“ führt zu immer größeren Einschränkungen im Leben der Menschen: Längere Arbeitszeiten, Einziehen immer jüngerer und älterer Männer in die Wehrmacht, alle öffentlichen Veranstaltungen „nicht kriegsmäßigen Charakters“ wie Theater, Ausstellungen, Musikveranstaltungen sind verboten.

1945

Ein Hauptverbandsplatz der Wehrmacht wird von St. Ingbert nach Spiesen verlegt.

Vom 15.- 19.3. erfolgt planloses Sperrfeuer der Amerikaner auf Spiesen und Elversberg. Es gibt 8 Tote und viele Verletzte.

Die Panzersperren aus Baumstämmen in Spiesen und Elversberg auf den Straßen nach St. Ingbert werden abgebaut.

Am 20./ 21.März endet mit dem Einzug der Amerikaner der Krieg für unseren Ort. Die amerikanische Militärverwaltung wird eingerichtet und setzt für Zivilgemeinden unbescholtene Bürger ein. Kurzzeitig wird Hermann Trittelvitz aus Elversberg kommissarischer Bürgermeister. Im Binsental bei Heinitz richten die Amerikaner ein Internierungslager ein. Es folgen Verhaftungen, manche werden auf Grund von Denunziationen festgenommen.

 

Am 6.4.45 wird nach einem Bericht der Militärverwaltung eine Person mit dem kuriosen Namen Graf Lorenz von Valder Brasserwitz wegen des Besitzes von Feuerwaffen verhaftet. Der amerikanische Captain Stanley R. Jacobs berichtet am 22.4.45: „Die Bevölkerung scheint – dem äußeren Anschein nach – die Besetzung friedlich hinzunehmen und bleibt weiterhin gehorsam und ordentlich.“ Am 30.4.trägt er in das Tagebuch der Militärverwaltung ein: „Der Schwarzmarkt im Landkreis Ottweiler – St. Wendel besteht in erster Linie in Tauschhandel, da die Öffentlichkeit nur wenig Vertrauen in die Zukunft der Mark hat, die von der deutschen Regierung ausgegeben wurde.“

 

Am 8. Mai endet der Krieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht. 12 Jahre – im Saarland 10 Jahre – Diktatur mit Millionen von Opfern sind beendet.

 

Im Juli übernimmt die französische Militärregierung das Saargebiet von den Amerikanern.

 

Am 1. Oktober wird der Schulunterricht in Elversberg wieder aufgenommen. Die Schulen können nicht benutzt werden, so dass die Kinder in Nebenzimmern von Gasthäusern unterrichtet werden.

 

Die ersten Kriegsgefangenen melden sich bei der Gemeinde zurück.

 

Alles, was an die NS-Zeit erinnert oder damit verbunden ist, wird abgerissen oder umbenannt: Der Trommler und die Rune auf dem Pimpfenbrunnen, die Büste und die Inschrift des Hindenburgdenkmals werden entfernt und die Straßen des 1000-jährigen Reichs werden umbenannt, ebenso der Adolf-Hitler-Turm, der nun Galgenbergturm heißt.

 

Ob man die „Adolf-Hitler-Linde“ und die „Befreiungseiche“ gefällt hat, ist unbekannt. Aber wahrscheinlich durften die Bäume - nun politisch unbelastet - weiterwachsen.

 

Mindestens 19 jüdische Mitmenschen, die in Spiesen geboren wurden oder lange hier gelebt hatten, waren mit 48 ihrer engsten Familienangehörigen in den NS-Lagern ermordet worden.

 

Etwa 750 Kriegstote und Vermisste sind in Spiesen und Elversberg zu beklagen. Hinzu kommen viele an Körper und Seele verletzte Männer, Frauen und Kinder, deren Leid in keiner Statistik vermerkt ist.

1946

Eine CVP-Ortsgruppe (Christliche Volkspartei) wird in Spiesen gegründet.

1947

VDK (Verband der Kriegsopfer)  Spiesen gegründet.

 

1948

Die Kolpingfamilie Spiesen entsteht.

 

1949

Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Für die Menschen im Saarland ist jenseits der Grenze noch lange Zeit später das „Reich“).

 

Franz Becker wird als Bürgermeister in Elversberg wiedergewählt. In Spiesen wird Amtsinhaber Nikolaus Noll ebenfalls wiedergewählt.

 

Der Galgenbergturm wird wieder eröffnet. Das Leben nach dem Krieg normalisiert sich nach und nach, wenn auch die Versorgungsprobleme noch weiter bestehen bleiben und viele Familien immer noch auf ein Wiedersehen mit vermissten oder gefangenen Familienangehörigen hoffen.

 

Die Siedlergemeinschaft „Eigenhilfe“ in Elversberg erstellt das erste Haus.

 

Die alte Schmiede in der Rohrbacherstraße wird abgerissen.

1950

Gründung einer St. Georgspfadfindergruppe in Spiesen.

1951

Albert Steinmetz gründet die Firma Stahl- und Maschinenbau Steinmetz und Norbert Busch eröffnet die Autovermietung und Autoreparatur Busch in der Elversberger Straße.

1952

Gründung der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Spiesen-Elversberg-Heinitz.

 

Willi Glössner eröffnet sein Versicherungsbüro.

 

In Elversberg findet die 100-Jahr-Feier statt und gleichzeitig feiert die Feuerwehr 75 Jahre. Ein großer Festumzug erinnert an die Vergangenheit.

 

Erster Spatenstich zum Bau des Klosters in Elversberg.

 

In Elversberg mit dem Bau des neuen Schulhauses (Pestalozzischule) begonnen.

 

In Spiesen wird die St. Ludwig Kirche renoviert.

 

 

1953

15. 6.53

 

Der saarländische Heraldiker und Historiker Kurt Hoppstädter entwirft ein Wappen für die Gemeinde: „In Rot eine mit einem gekrönten roten Löwen belegte goldene Spitze, begleitet von zwei durchgehenden goldenen Kreuzen.“

„Das Wappen „symbolisiert mit der Spitze den Ortsnamen. Der ganz rote Löwe im goldenen Feld ist das Wappen der ersten Grafen von Saarbrücken und deutet darauf hin, dass Spiesen über mehrere Jahrhunderte zur Grafschaft Saarbrücken gehörte. Die beiden Klöster Wadgassen und Neumünster, die in Spiesen bedeutenden Grundbesitz und Rechte hatten und daher die Geschicke des Ortes maßgeblich beeinflussten, werden durch die beiden Kreuze symbolisiert.“  Weil die goldene Farbe hinter dem Löwen im Druck häufig gelb erscheint, wird sie als Untergrund Spiesens, als gelber Sand, interpretiert.

 

 

Die 750-Jahrfeier, die wegen des Krieges 1945 nicht stattfinden konnte, wird mit einem großen historischen Umzug nachgeholt.

 

Die Friedhofshalle auf dem Gänsberg wird fertiggestellt.

 

Der 32-jährige Robert Hans aus Elversberg kommt nach 10-jähriger Kriegsgefangenschaft aus Russland nach Hause.

 

Die Elversberger Müllabfuhr ersetzt ihr Pferdefuhrwerk durch einen LKW.

 

1954

Gründung des Karnevalsvereins Alleh-Hopp und des Brieftaubenvereins „Wiederkehr“ in Spiesen und des Schachvereins  Elversberg.

 

In Elversberg entsteht der „Theaterverein 1946“ als Nachfolger der Kulturgemeinschaft.

 

Der evangelische Kindergarten am Hirschberg in Elversberg wird eingeweiht.

 

Einweihung des Pestalozzischulhauses in Elversberg wird eingeweiht.

 

Auf dem Kellerberg in Spiesen beginnt die Wohnhausbebauung.

 

Grundsteinlegung des evangelischen Gemeindezentrums in der Bethelstraße.

1955

Zweite Saarabstimmung, in der für den Beitritt zur BRD votiert wird.

 

Der CDU Ortsverband Spiesen entsteht.

 

Einweihung der evangelisch-lutherischen St. Martin Kirche in der Elversberger Straße.

 

In Spiesen wird das neue Feuerwehrgerätehaus am Peterschulhaus eingeweiht.

1956

Die Raiffeisenbank Spiesen feiert 60-jähriges Jubiläum.

 

Wiedergründung der DJK Elversberg. Rektor Engert übergibt die alte Fahne, die 1935 von ihm und Pastor Koll im Hochaltar der Kirche eingemauert worden war, um sie vor Beschlagnahme durch die Nationalsozialisten zu schützen.

 

Richtfest der Kläranlage Großenbruch.

1957

Politischer Anschluss des Saarlandes an die Bundesrepublik Deutschland.

 

Aufforstungsmaßnahmen am Galgenberg, der dadurch sein heutiges Aussehen erhält.  

 

In Spiesen beschließt der Gemeinderat den Neubau eines Schulhauses am Mittelberg für 100 Millionen Francs.

 

Die Siedlergenossenschaft „Eigenhilfe“ hat in Elversberg schon 154 Häuser erstellt.

1958

Die Marienkapelle im Mühlental wird abgerissen und später durch eine moderne Kapelle ersetzt, die wegen ihrer modernen Architektur von vielen kritisiert wird.

 

Der Bebauungsplan für Haberdell und Kellerberg wird vom Gemeinderat Spiesen verabschiedet und der Elversberger Rat beschließt den Bau eines Feuerwehrgerätehauses auf dem Gelände der alten Ziegelei.

 

Ausbau des Gemeindesportplatzes Elversberg.

 

Wegen des 25-jährigen Bestehens der Marinekameradschaft Scharnhorst besucht der ehemalige Großadmiral Dönitz Elversberg. Dönitz war 1956 nach 10-jähriger Haft wegen Kriegsverbrechen aus dem Kriegsverbrechergefängnis Berlin-Spandau  entlassen worden.

 

Zwei Todesfälle erschüttern die Menschen. Die 19-jährige Kriemhilde Kohler wird am 1. September von dem Revierförster Speichler von Spiesen mit einer Pistole im Mühlental erschossen. Zwei Tage später erschießt sich ein Radfahrer aus St. Ingbert im Mühlental „beim Hantieren mit einer Pistole“.

 

Die Leiche des Revierförsters Speichler wird am 29. November in der Nähe von Menschenhaus gefunden.

1959

Gründung des Malteserhilfsdiensts und des Kneipp-Vereins.

 

Im Großenbruch wird in Anwesenheit des Arbeitsministers Hermann Trittelvitz das Richtfest des 5. Bauabschnitts der Ortsgruppe des Deutschen Siedlerbunds gefeiert.

 

Das Schmalwiesschulhaus wird als Unterrichtsort aufgegeben.

 

Wirtschaftliche Wiedereingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik Deutschland.

 

Am 6. Juli 1959 beginnt der Umtausch von Franken in DM. Der umfangreiche Schmuggel der Bevölkerung an den Grenzen zu Deutschland hat ein Ende.

 

Am Galgenbergturm wird ein Ausschank eingerichtet und ein Spielplatz fertiggestellt.

 

Im Europadorf in Spiesen wird Richtfest gefeiert.

 

Das neue Kriegerdenkmal im Mühlental wird eingeweiht. Der Plan stammt von Baumeister Stary, ausgeführt von dem Künstler Otto Zewe.

 

Das alte Kriegerdenkmal in der Heinitzstraße (heute Butterberg) vor Lions Haus wird abgerissen. Lediglich die Platten mit den Namen der Gefallenen bleibt erhalten.

1960

Der Spieser Gemeinderat beschließt den Ausbau von Kellerberg und Haberdell.

 

Die AWO Elversberg stellt einen Antrag auf Überlassung von Gelände zum Bau eines Altenheims.

 

Beschluss zum Neubau eines Feuerwehrgrätehauses an der alten Ziegelhütte in Elversberg.

 

Herbert Recktenwald wird in Spiesen als Bürgermeister wiedergewählt, in Elversberg ist es Albert Schomers.

 

1961

Der Gemeinderat Elversberg beschließt die Erstellung eines Bebauungsplans für den restlichen Teil des Großenbruchs.

 

In der Kleberbach erstellt die Pfarrei St. Marien ein Jugend-und Ferienheim (Marienheim).

 

Die Siedlergenossenschaft „Eigenhilfe“ Elversberg hat 25o. Haus erstellt.

 

Das Altenheim der AWO am Galgenberg feiert Richtfest.

 

1962

Das Grubenunglück in Luisenthal fordert 299 Opfer. Der Gemeinderat Elversberg stellt 10.000 DM für Hinterbliebene zur Verfügung.

 

Einweihung des neuen Sportheims in Spiesen.  

 

Ein neues Industriegelände entsteht „Am Zankwald“ in Spiesen.

 

Der Anbau der Mittelbergschule mit Turnhalle und Lehrschwimmbecken ist fast fertig.

 

Auf der Grube Heinitz wird die Kohleförderung eingestellt. Viele Bergleute aus dem Ort müssen auf weiter entfernten Gruben einfahren.

 

1963

Auflösung des Amtes Spiesen und Bildung der selbstständigen Gemeinden Spiesen und Elversberg.

 

Johann Blatt wird hauptamtlicher Bürgermeister von Elversberg.

 

Das neue Elversberger Schulhaus mit Turnhalle wird im Großenbruch gebaut.

 

Einweihung der neuen Spieser Schule am Mittelberg.

 

Die Kokerei Heinitz wird stillgelegt.

1965

Die letzte Fahrt der Neunkircher Straßenbahn nach Spiesen findet am 29.11.1965 statt.

1967

Heinrich Kohler (CDU) wird erster hauptamtlicher Bürgermeister in Spiesen.  

 

Elversberg erhält ein eigenes Gemeindewappen: „In Silber ein schwarzer, von zwei schwarzen Kreuzen begleiteter Hauptpfahl,  aufgesetzt auf einen grünen Dreiberg, dieser belegt mit einer silbernen Grubenlampe mit roter Flamme. „Der Hauptpfahl – eine Verbindung der Heroldsbilder Schildhaupt und Pfahl – als Symbol für Schacht und Stollen sollte in Verbindung mit der Grubenlampe an den Ursprung Elversbergs erinnern, als …hier eine Bergmannskolonie angelegt wurde, aus der sich der Ort entwickelte. Der grüne Dreiberg symbolisiert augenfällig den Ortsnamen und die Lage des Ortes auf drei Hügeln. Die beiden Kreuze schließlich stehen für die Kirchen der beiden großen Konfessionen.“

1969

Neuerrichtung der Grund- und Hauptschule Spiesen mit einem Lehrschwimmbecken.

1971

Der THW-Ortsverein Spiesen wird gegründet.

1973

Durch die Fertigstellung der Autobahn erhalten Spiesen und Elversberg eigene Auf- abfahrten.

1. Januar 1974

Gebietsreform im Saarland: Spiesen und Elversberg werden zu einer Großgemeinde zusammengelegt. Heinrich Kohler ist Bürgermeister.

 

Der  Touristenverein „Naturfreunde“ wird gegründet.

 

Durch die Gebietsreform fällt Menschenhaus an Neunkirchen.

1975

Spiesen wird Hauptsitz des Werkstattzentrums für Behinderte (WZB) der Lebenshilfe im Beckerwald.

 

Die „Glückaufhalle“ in Elversberg wird als Veranstaltungsort eröffnet.

1976

18.5.76

Die Verleihung des neuen Gemeindewappens, dessen Grundlage das Wappen von Spiesen von 1953 ist, ergänzt durch „eine schwarze Grubenlampe mit silbernem Glas und roter Flamme.“ Die Grubenlampe symbolisiert den Ortsteil Elversberg, der aus einer Bergmannskolonie entstand.

 

Gründung des Vereins „Freier Fanfarenzug“ Spiesen.

1981

Fertigstellung der Schule im Großenbruch.

1984

Bürgermeister Heinrich Kohler geht in den Ruhestand. Friedhelm Pfeifer (CDU) aus Rohrbach wird neuer Bürgermeister.

 

Die Peterschule wird zum „Haus der Vereine“.

1985

Beim Aushub des Regenrückhaltebeckens in der Erzpfuhlstraße wird der Stollen der ehemaligen Eisenerzzeche „Karl am Elversberge“ wieder entdeckt und durch eine Hinweistafel und einen Stollenmund sichtbar gemacht.  

1986

Einweihung des Rathausvorplatzes mit dem Rathausbrunnen.

 

Die Bogengilde „Rödgestal“ wird gegründet.

1988

12.10.88: St. Ingbert tritt Gelände zur Erweiterung des Elversberger Friedhofs an die Gemeinde ab. Die historischen Grenzen zwischen zwischen Bayern und Preußen und die Grenze zwischen den Landkreisen verschieben sich.

 

Das Rathaus-Café wird eröffnet.

 

Die ehemalige Synagoge in Spiesen wird durch eine Gedenkplakette gekennzeichnet und damit in Erinnerung gebracht.

 

Einwohner: Spiesen 6869, Elversberg 8981, gesamt 15850

1990

Die evangelische Kirche Elversberg wird 100 Jahre alt.

1991

Wegen des Golfkriegs wird die Fastnacht abgesagt.

 

Das erste Spieser Dorffest findet im Juni statt.

 

Der Kindergarten im Mittelbergschulhaus wird eröffnet.

 

Im Großenbruch wird zu Ehren des ehemaligen Elversberger Bürgermeisters Franz Becker ein Park eröffnet.

 

Der Konvent der „Armen Mägde Jesu Christi“ aus Dernbach wird in Spiesen nach 94 Jahren aufgelöst.

1994

Karl-Friedrich Kausch (SPD) wird durch den Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt.

 

Die neue Sporthalle in der Langdell wird der Öffentlichkeit übergeben.

 

Trotz Protesten aus der Bevölkerung schließt das Lehrschwimmbecken in der Grundschule Spiesen aus Kostengründen.   

 

Die Schule im Großenbruch erhält den Namen „Albert-Schweitzer-Sekundarschule Spiesen-Elversberg“

1995

2. Juli 1995:

800-Jahrfeier Spiesens mit historischem Umzug.

 

Der Förderverein der Grundschule Spiesen wird gegründet.

 

Abriss der Baracken der Firma Wilkapatent.

Abschluss des großen Bauprojekts am Alten Markt in Elversberg.  

1996

Lothar Engelbreth wird als Nachfolger von Norbert Welker Ortsvorsteher von Elversberg.

 

Die Elversberger Fichtenstraße wird ausgebaut.

 

Einweihung der neuen Heimatstube in der St. Ingberter Straße

1997

Der Galgenbergturm erhält dank der Vespafreunde eine neue Kuppel, die das Innere des Turms schützt.

1998

Der Wohnpark am Markt (EDEKA) in Spiesen wird errichtet.

 

Grelle Heisje wird nach Renovierung das Heimatmuseum Spiesens.

 

Einweihung der „neuen“ Fichtenstraße in Elversberg.

 

Das WZB (Werkstattzentrum für Behinderte) am Beckerwald in Spiesen feiert 20jähriges Bestehen und hat mittlerweile 700 Beschäftigte.

1999

Spiesen und Elversberg feiern „Silberhochzeit“, 25 Jahre nach der Gebietsreform.

 

Das Jugendblasorchester der Evangelischen Kirchengemeinde Elversberg blickt auf 25 Jahre zurück.

 

Das Traditionsgasthaus „Zur Flotte“ ( davor „Zur Glocke“ in Spiesen neben Lions Haus wird abgerissen.

2000

Am 9. August: Schwere Überflutungen in Spiesen.

 

Das ehemalige „Waldschlössel“, das abgerissen werden sollte, ist abgebrannt. Heute steht „Auf dem Zimmerplatz“ das Centrum für Kommunikation. (CFK)

 

In Spiesen beginnen die Bauarbeiten in der „Dreispitz“.

 

Seit 140 Jahren besteht in Elversberg der Turnverein.

 

Im Spieser Außengelände werden 72 illegal errichtete Bauten ermittelt.

 

2001

50 Jahre Gasthaus „Zum Wildberstock“ (Familie Meissner)

 

Das Wohngebiet Schmalwiese wird erschlossen.

 

Gründung der Reservistenkameradschaft Spiesen-Elversberg.

 

Elektroanlagenbau Axel Trapp entsteht im  Gewerbepark Hungerpfuhl.

2002

Eine große Ausstellung in der Glück-Auf-Halle präsentiert „Wahre Schätze der Dorfgeschichte“ aus Anlass der 150 Jahr Feier Elversbergs.

 

Die Freiwillige Feuerwehr Elversbergs feiert ihr 125-jähriges Bestehen.

 

Das 50-jährige Bestehen feiert die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde St. Martin.

 

100 Jahre feiern die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors Cäcilia in Spiesen. Sie erhalten zu diesem Anlass die Palästrina-Medaille.

2003

 

70-jähriges Bestehen der Marinekameradschaft „Scharnhorst“ Elversberg.

 

„Ein neuer Hauptsammler für das Spieser Mühlental“ wird gebaut und dafür die Straße nach Rohrbach für längere Zeit gesperrt.

 

100 Jahre katholische Herz-Jesu Kirche Elversberg. Für den in Dachau ermordeten Pastor Johannes Ries wird eine Gedenkplakette angebracht.

 

Fertigstellung des 2. Bauabschnittes Festplatz Spiesen.

 

Die illegale Bebauung auf dem Spieser Bann ist ein Dauerthema im Ort und der Zeitung.

 

Die Mittelbergschule in Spiesen erhält eine Fassadenerneuerung und der Spielplatz auf dem Schulhof wird kindgerecht saniert.

 

2004

 

Die erste Direktwahl eines Bürgermeisters in Spiesen-Elversberg gewinnt Reiner Pirrung (CDU) aus Ormesheim mit 58,9% der Stimmen gegen den Amtsinhaber Kausch.

 

50-jähriges Jubiläum feiert der Karnevalverein „Alleh Hopp“, obwohl die 50 kein närrisches Jubiläum sind.

 

Im Juli stellt sich der neue Bürgermeister vor: „Pirrung – persönlich und politisch“.

 

Erster Spatenstich für das „Centrum für Freizeit und Kommunikation (CFK)“.

 

Thomas Thiel löst Ludwig Rehm als Ortsvorsteher von Spiesen ab.

 

Eine erneute Schändung des jüdischen Friedhofs in Neunkirchen, der auch Begräbnisstätte der Juden von Spiesen war, löst Entsetzen aus. 19 Grabstätten werden völlig verwüstet.

 

Die Schützengesellschaft feiert 100. Geburtstag.

 

Das Altenwohnheim St. Josef in Spiesen wird zum Jahresende geschlossen.

 

2005

Das große Bauprojekt am Butterberg läuft nach einigen Problemen weiter.

 

„Spiesen wächst, Elversberg schrumpft“ schreibt die Saarbrücker Zeitung, denn der ehemals etwa 3000 Menschen große Bevölkerungsvorsprung Elversbergs ist auf 1250 Einwohner geschrumpft, weil durch die Neubaugebiete in Spiesen viele Menschen zugezogen sind.

 

110 Jahre Pensionärsverein Elversberg. 800 Mitglieder feiern mit.

 

2006

Im Mühlental wird der Forstbrunnen von Günter Debold, Günter Germann und Berthold Bauer unter Mithilfe des Gemeindebauhofs gebaut. Der Kirkeler Steinmetz Robert Kraus gestaltet den Namensstein. 

 

Das Reiseunternehmen Horst Becker Touristik blickt mit einem großen Fest auf erfolgreiche 50 Jahre zurück.

 

Die Elversberger AWO feiert 80. Geburtstag.

 

In der Lindenstraße in Elversberg wird der neue Kreisel für den Verkehr freigegeben.

2007

Nach 37 Jahren als Seelsorger der kath. Pfarrgemeinde St. Ludwig Spiesen geht Pastor Theo Klein in den Ruhestand.

 

Am 28. September wird das Centrum für Kommunikation offiziell eröffnet.

 

Der Gänselieselbrunnen wird vor das Lionsche Haus versetzt. Die Sportvereinigung Elversberg feiert ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Fest an der Kaiserlinde.

 

 

2008

Olaf Harig ist neuer katholischer Pastor von Spiesen.

 

Die SPD Elversberg feiert 90-jähriges Jubiläum.

 

An der Kaiserlinde wird ein neuer Kunstrasenplatz eingeweiht.

 

In der Pestalozzischule Elversberg wird eine Ganztagesschule eingerichtet.

 

Beim CFK wird ein Nordic-Walking-Park eingweiht.

 

Am Heimatmuseum wird die Replik eines alten Friedhofkreuzes eingesegnet.

 

Die Elversberger Narrenzunft (NKV) feiert 5x11 närrische Jahre.

 

Der Heimatverein eröffnet den neuen Wanderweg „Brunnenweg“.

 

Die katholischen Pfarreien St. Ludwig Spiesen und Herz-Jesu Elversberg gründen eine Pfarreiengemeinschaft.

 

2009

Der Kanalbau in der Rohrbacherstraße führt zu längeren Sperrungen des Spieser Mühlentals. Die Anwohner der Rohrbacherstraße erleben eine verkehrsberuhigte Zeit.

 

Die katholische Kirchengemeinde Herz-Jesu Elversberg feiert ihren 100. Geburtstag.

 

Der Platz vor Lions Haus wird nach der Neugestaltung der Öffentlichkeit übergeben und heißt nun „Gänselieselplatz“.

 

In Spiesen erfolgt die Verlegung einer neuen Wasserleitung, ohne die Straße komplett aufreißen zu müssen.

 

2010

Das Regenüberlaufbecken (RÜB) 107 im Hungerpfuhl wird gebaut, um das Regenwasser zu entflechten und Überschwemmungssituationen zu verhindern. Der Pflanzenbewuchs dient der Reinigung des Wassers.

 

Eine zweite Maßnahme ist der Kanalbau im Ortszentrum Spiesen. Die Rohre werden in einem unterirdischen Verfahren verpresst (Microtunneling). Große Start- und Zielschächte wurden gebaut und dazwischen die Rohre verlegt.

 

In Elversberg findet die Grundsteinlegung der neuen Sparkasse in der Fichtenstraße statt.

 

Die Jugendfeuerwehr Elversberg feiert ein  Fest anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens.

 

2011

Bürgermeister Reiner Pirrung (CDU) gewinnt seine Wiederwahl gegen Dr. Steffen-Werner Meyer (SPD).

 

Die Spieser Feuerwehr ist 150 Jahre alt.

 

In Spiesen findet nach 10 Jahren „Exil“ wieder die Fastnacht in der Langdell statt. Die Sporthalle wird jedes Jahr für die Fastnacht umgerüstet.

 

Die Sanierung der Elversberger Ganztagsschule ist beendet.

 

Richtfest am Neubau des THW-Heims in Spiesen.

 

2012

St. Ludwig Spiesen und Herz-Jesu Elversberg werden zu einer Pfarrgemeinde.

 

Grundsteinlegung an der evangelischen KITA in der Bethelstraße.

 

Die Pfarrkirche St. Ludwig ist 125 Jahre alt und in Lions Haus findet eine Ausstellung zum Jubiläum statt.

 

In der Glück-Auf-Halle wird 160 Jahre Elversberg gefeiert.

 

Der Grenzsteinweg zwischen Spiesen und Rohrbach wird vom Heimatverein angelegt und verbindet historische Ereignisse mit modernem Wandererlebnis.

2014

Nach 37 Jahren erscheint die letzte Ausgabe des Spiesen-Elversberger Heimatkalenders, der auf einigen Tausend Seiten die Ortsgeschichte dokumentierte.

2016

Der EVS beendet die Arbeiten am neuen Sammler im Mühlental, der zukünftige Hochwasserereignisse verhindert.