Wie kann ein Park gleichzeitig Erholungsort, Naturerlebnisraum und wichtiger Baustein für die Klimaanpassung werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde Spiesen Elversberg mit ihrem Projekt „TROPFEN“. Am Dienstag, 18. August, stellte die Gemeinde dem Bundestagsabgeordneten Esra Limbacher die Projektidee für den Franz Becker Park vor.
Gemeinsam mit dem Institut für angewandtes Stoffstrommanagement wurde ein Konzept mit einem Gesamtvolumen von rund 2,3 Millionen Euro entwickelt. Im Rahmen des BBSR Förderprogramms „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ hat die Gemeinde knapp 2 Millionen Euro Fördermittel beantragt.
Was bedeutet „TROPFEN“?
Der Name ist bewusst gewählt: Viele einzelne Regentropfen können zusammen einen wichtigen Beitrag leisten, Wasser zurückzuhalten und sinnvoll zu nutzen. TROPFEN steht für „Transformation, Retention und Optimierung von Parkflächen zur Förderung eines naturnahen Erlebnisses und Niederschlagsmanagements im Franz Becker Park“.
Damit verbindet das Projekt Klimaanpassung, Regenwassermanagement, Natur und Aufenthaltsqualität. Viele einzelne Maßnahmen sollen gemeinsam einen klimaangepassten und lebenswerten Park schaffen.
Starkregenvorsorge und mehr Aufenthaltsqualität
Geplant ist unter anderem ein naturnaher Teich mit Wassertretanlage und zusätzlichem Retentionsraum, der bei Starkregen Wassermengen aufnehmen kann. Smarte Zisternen sollen Regenwasser speichern und für die Bewässerung kommunaler Flächen nutzbar machen. Auch ein Multifunktionsfeld könnte bei Starkregen zusätzliches Wasser aufnehmen.
Gleichzeitig soll der Park attraktiver für Jung und Alt werden. Vorgesehen sind neue Sitzbereiche, ein grünes Klassenzimmer, naturnahe Spielmöglichkeiten wie eine Matschküche und ein „Tiny Urwald“ sowie ein möglicher Trimm Dich Pfad.
Auch Urban Farming ist Teil der Projektidee. Obst und Gemüse könnten gemeinschaftlich angebaut und mit dezentralen solaren Bewässerungssystemen versorgt werden. Besonders für Menschen ohne eigenen Garten sowie für Schülerinnen und Schüler könnte so ein neuer gemeinschaftlicher Ort entstehen.
Gemeinsam den Park gestalten
Ein wichtiger Bestandteil von „TROPFEN“ ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Im Falle einer Förderung möchte die Gemeinde die Bevölkerung aktiv in die weitere Gestaltung einbeziehen.
Esra Limbacher, der sich auch auf Bundesebene für Hitzeschutz und Klimaanpassung einsetzt, zeigte sich bei seinem Besuch beeindruckt von der Projektidee:
„Unsere Städte und Gemeinden spüren die Folgen des Klimawandels längst. Heiße Sommer, Trockenperioden, Starkregen und zuletzt auch Waldbrände stellen unsere Kommunen vor große Herausforderungen. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass der Bund die Städte und Gemeinden bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt.
Ich freue mich deshalb sehr, dass Spiesen-Elversberg einen Förderantrag im Rahmen des Bundesprogramms ‚Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel‘ eingereicht hat. Mit diesem Projekt investieren wir nicht nur in Klimaanpassung, sondern ganz konkret in die Lebensqualität der Menschen vor Ort.“
Auch Bürgermeister Bernd Huf betont die Chancen des Projekts:
„Mit dem Projekt TROPFEN wollen wir den Franz Becker Park fit für die Herausforderungen des Klimawandels machen und gleichzeitig einen attraktiven Ort für die Menschen in unserer Gemeinde schaffen. Uns ist wichtig, dass Klimaanpassung, Naturerlebnis und Aufenthaltsqualität zusammengedacht werden. Wenn es uns gelingt, die beantragten Fördermittel nach Spiesen Elversberg zu holen, möchten wir die Bürgerinnen und Bürger von Anfang an aktiv in die weitere Gestaltung des Parks einbinden. So kann aus vielen einzelnen Ideen ein gemeinsamer, lebendiger und klimaangepasster Ort für Jung und Alt entstehen.“
Die Gemeinde Spiesen Elversberg hofft nun auf eine positive Förderentscheidung. Mit „TROPFEN“ könnte der Franz Becker Park zu einer grünen, klimaangepassten Oase und einem naturnahen Begegnungsort für die gesamte Gemeinde werden.



