Spiesen-Elversberg setzt auf tierische Landschaftspflege und Naturerlebnisse für Kinder

Spiesen-Elversberg setzt bei der Pflege gemeindeeigener Grünflächen auf eine bewährte Methode aus der Natur: Statt Maschinen übernehmen bereits im zweiten Jahr Schafe und Ziegen einen Teil der Arbeit – leise, nachhaltig und mit echtem Mehrwert für Umwelt und Artenvielfalt.

In Zusammenarbeit mit einem regionalen Anbieter betreibt die Gemeinde nachhaltige Flächenpflege mit ausgewählten Schaf- und Ziegengruppen auf verschiedenen Freiflächen im Gemeindegebiet.

Um vor allem die Kinder der Gemeinde für Naturthemen zu begeistern und ihnen den Umgang mit unseren tierischen Flächenpflegern näherzubringen, hat die Gemeinde im Oktober, wie bereits im vergangenen Jahr, die „Naturwochen“ veranstaltet. Hierbei konnten Kinder im Alter zwischen 5 und 11 Jahren an den Angeboten „Tierische Erlebnisse mit Schafen und Hühnern“ sowie „Waldabenteuer“ teilnehmen.

Kindern die Natur näherzubringen, bedeutet, die Grundlage für einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt zu schaffen. Mit waldpädagogischen Angeboten sowie Begegnungen mit Schafen und Hühnern hat die Gemeinde den Kindern die Möglichkeit gegeben, die Natur mit allen Sinnen zu entdecken und Tiere hautnah kennenzulernen. Dabei erfahren sie spielerisch, wie wichtig der Schutz natürlicher Lebensräume ist und welche Bedürfnisse Tiere haben. Solche Erlebnisse fördern Empathie, Achtsamkeit und Verantwortungsbewusstsein – Werte, die weit über die Veranstaltungen hinauswirken und dazu beitragen, dass Kinder ihre Umwelt wertschätzen und schützen lernen.

Die Veranstaltungstermine „Tierische Erlebnisse mit Schafen und Hühnern“ am 6. und 7. Oktober 2026 wurden von Leni Hellriegel, einer ausgebildeten Sozialpädagogin und Fachkraft für tiergestützte Interventionen, begleitet. Sie hält selbst Schafe aus dem Tierschutz in Spiesen-Elversberg und hat freundlicherweise ihre Tiere in das pädagogische Programm eingebunden. Die Kinder konnten nicht nur viel über den Umgang mit Schafen und Hühnern lernen, sondern wurden vor allem auch dafür sensibilisiert, dass die Tiere nur artgerechtes Futter zu sich nehmen dürfen.

Verwundert waren die Kinder allerdings, als sie plötzlich eine Schale mit Popcorn entdeckten. Die Pädagogin erklärte, dass das natürlich ungesüßte und ohne Öl zubereitete Popcorn den Schafen ganz besonders gut als Leckerli schmeckt und die Kinder die Schafe damit füttern durften. Da die Schafe sehr zutraulich sind, konnten die Kinder die Tiere ganz ohne Aufregung füttern.

Außerdem lernten die Kinder die Hühner der Pädagogin kennen. Mithilfe eines Papphuhns konnten sie herausfinden, an welchen Stellen die Tiere gerne gestreichelt werden, und sogar selbst ein Huhn streicheln. Das Huhn genoss die Streicheleinheiten, da sich die Kinder vorbildlich ruhig verhielten und achtsam mit dem Tier umgingen. Wie man ein Huhn richtig hochhebt, nämlich mit den Flügeln am Körper, damit es nicht unkontrolliert zu flattern beginnen kann, demonstrierte Leni Hellriegel im Anschluss ebenfalls.

Ganz besonders gefiel den Kindern auch ein Spiel, bei dem sie verschiedene Futtersorten der Tiere am Geruch erkennen sollten.

Um herauszufinden, wie schwer es eigentlich ist, wie ein Huhn auf einer Stange zu schlafen, durften die Kinder das Sitzen in der Hocke und das Balancieren auf einer Slackline ausprobieren. Das war gar nicht so einfach!

Ein tolles Angebot für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren war außerdem das „Waldabenteuer“ am 8. Oktober 2026. Revierförster Niklas Ilgemann brachte den Kindern spielerisch den Wald näher. Bei Spielen rund um das Thema Wald lernten die Kinder zum Beispiel, wie schwierig es für Eichhörnchen ist, ihre Nüsse zu verstecken und während der Winterruhe wiederzufinden. Dabei war vielen Kindern gar nicht bewusst, dass es einen Unterschied zwischen dem Winterschlaf, wie ihn der Igel hält, und der Winterruhe des Eichhörnchens gibt.

Ein besonderes Highlight war der Bau einer Murmelbahn an einem Hang im Wald. Die Kinder lernten dabei, im Team zu arbeiten und mit Naturmaterialien wie Ästen und Laub sowie einer Walnuss als Murmel kreativ zu werden. Die Freude war groß, als die Murmel nach langem Tüfteln endlich reibungslos die Bahn durchlief und im Ziel ankam: „Das war echtes Teamwork!“, so die kleinste Teilnehmerin dieses erlebnisreichen Abenteuers.

Unsere Naturwochen sind noch nicht vorbei!

Am 20. Oktober 2026 findet von 10 bis 12 Uhr ein kostenloses Angebot zum Waldbaden für Seniorinnen und Senioren statt. Es sind noch Plätze frei!

Beim Waldbaden geht es darum, bewusst in die Atmosphäre des Waldes einzutauchen, zur Ruhe zu kommen und die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen. Unter der Anleitung von Hannah Sieren vom SaarForst erhalten die Teilnehmenden Impulse und Übungen für mehr Achtsamkeit, Entspannung und eine bewusste Naturerfahrung. So bietet die Veranstaltung eine schöne Gelegenheit, dem Alltag für einige Stunden zu entfliehen und den Wald einmal ganz anders zu erleben.

Eine Anmeldung ist bei Laura Heilbrunn telefonisch unter 06821 791 201 oder per E-Mail an L.Heilbrunn@spiesen-elversberg.de möglich.

Die Naturwochen waren ein voller Erfolg – wenn es nach den kleinen Waldabenteurern und Tierfreunden geht, darf dieses Angebot gerne ganz bald wiederholt werden.

Mit der Bewirtschaftung der Freiflächen im Gemeindegebiet und der Einbindung der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere der Kinder, durch Umweltbildungsprogramme unterstreicht Spiesen-Elversberg seinen Anspruch, Verantwortung für Umwelt und Lebensqualität zu übernehmen. Die tierische Flächenpflege soll dabei kein kurzfristiger Trend, sondern ein konsequenter Schritt in Richtung Zukunft sein.

Damit leistet die Gemeinde einen aktiven Beitrag zu mehreren Zielen der Agenda 2030. Durch den Verzicht auf maschinelle Pflege und chemische Mittel wird der ökologische Fußabdruck reduziert, die biologische Vielfalt gefördert und naturnaher Lebensraum erhalten. Die Gemeinde Spiesen-Elversberg zeigt damit, wie globale Ziele durch regionale Maßnahmen ganz konkret umgesetzt werden können.