Neujahrsrede zum Neujahrsempfang der Gemeinde Spiesen-Elversberg
Bürgermeister Bernd Huf
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
verehrte Gäste,
zunächst möchte ich mich ganz herzlich für die musikalische Einleitung bedanken.
Musik hat die wunderbare Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen – und genau darum geht es heute Abend: um Gemeinschaft, um Austausch und um den gemeinsamen Blick nach vorne.
Ich heiße Sie alle ganz herzlich willkommen zum Neujahrsempfang 2026 der Gemeinde Spiesen-Elversberg. Es freut mich sehr, dass so viele von Ihnen gekommen sind.
Ein besonderer Gruß gilt meinem Amtsvorgänger Reiner Pirrung, der Landtagsabgeordneten Sandra Johann, der Kreisbeigeordneten Daniela Feld, meine Kollegen Bürgermeister Herr Andreas Feld (Eppelborn), Michael Adam (Sulzbach) und Cedric Jochum aus Schiffweiler, Flaurance Quirin und Roland Willigsecker AGV Schoeneck – Schön, dass Sie heute hier sind.
Wie Sie sehen, bin ich zu Beginn dieses Jahres noch nicht ganz so standfest, wie ich es mir selbst gewünscht hätte. Und verzeihen Sie mir bitte schon jetzt, dass ich mich deshalb in meiner Rede etwas kürzer fasse, aber lassen
Sie mich gleich zu Beginn eines klarstellen – und das mit einem kleinen Augenzwinkern:
Die Krücken sind kein Sinnbild für den Zustand unserer Gemeinde.
Spiesen-Elversberg steht stabil. Spiesen-Elversberg ist handlungsfähig. Und Spiesen-Elversberg geht – trotz aller Herausforderungen – seinen Weg, manchmal mit Gegenwind, manchmal mit Umwegen, aber immer mit einem Ziel vor Augen. Ein neues Jahr liegt vor uns. Und wie immer ist dieser Abend ein Moment des Innehaltens: Was liegt hinter uns? Und was nehmen wir mit nach vorne?
In den letzten Wochen habe ich einen Satz besonders oft gehört – vielleicht haben Sie ihn selbst gesagt: „Wie schnell dieses Jahr vergangen ist.“ Als Kind habe ich das nie verstanden. Ein Jahr war damals eine gefühlte Ewigkeit. Heute als Erwachsener, als Bürgermeister, denke ich mir oft: „Moment mal – wo ist die Zeit geblieben?“
Ein griechischer Philosoph sagte einmal: „Die Zeit ist das Kostbarste, was wir haben – und das, was wir am leichtesten verschwenden.“ Vielleicht trifft das unsere Zeit sehr gut. Denn das Jahr 2025 ist nicht deshalb schnell vergangen, weil es so ereignislos war – im Gegenteil. Es war ein Jahr, das uns gefordert hat. Politisch, gesellschaftlich, emotional. Das Weltgeschehen hat uns in Atem gehalten. Und mehr noch: Es hat uns deutlich vor Augen geführt, wie sehr wir betroffen sind von dem, was auf den großen Bühnen dieser Welt geschieht.
Was in Washington entschieden wird, was in Moskau passiert, was in Peking geplant wird, oder was im Iran unterdrückt wird – All das bleibt längst nicht mehr dort. Es wirkt bis in unsere Kommunen hinein. Bis nach Spiesen-Elversberg. Seit fast vier Jahren dauert der Krieg in der Ukraine an. Vier Jahre Leid, Zerstörung, Tod. Vier Jahre, in denen uns schmerzlich bewusst wird, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist. Im Iran werden Menschen verfolgt, inhaftiert und getötet, weil sie Freiheit einfordern. Und seit einem Jahr erleben wir in den Vereinigten Staaten eine Präsidentschaft, die man wohl nur mit einem Wort beschreiben kann: unberechenbar. Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein. Sie wirkt unruhiger, härter, egoistischer. Es geht immer weniger um Werte, immer mehr um Macht. Wer hätte noch vor wenigen Monaten geglaubt, dass ein amerikanischer Präsident offen mit der Annexion von NATO-Partnern wie Kanada oder Grönland droht?
Und Europa?
Europa ringt – oft zu langsam, oft zu uneinig. Diese Unsicherheit spüren auch die Menschen bei uns. Sie fragen sich, Was kommt auf uns zu? Wie sicher ist unsere Zukunft? Und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir auf kommunaler Ebene Stabilität, Verlässlichkeit und Orientierung bieten, dass wir Haltung zeigen. Auch – und gerade – auf kommunaler Ebene.
Deutschland hat 2025 gewählt. Die neue Bundesregierung hat große Vorhaben angekündigt: Investitionen, Infrastruktur, Klimaneutralität. 500 Milliarden Euro Sondervermögen. Ein Wort, das früher schon kritisch klang – heute klingt es für viele Kommunen fast wie ein schlechter Scherz. Ich sage ganz offen: 2025 kann ich mich zum ersten Mal mit dem Unwort des Jahres identifizieren. „Sondervermögen“ Nicht, weil es gut ist – sondern weil es zeigt, wie weit entfernt politische Versprechen manchmal von der kommunalen Realität sind. Was am Ende bei uns ankommt, reicht oft nicht einmal aus, um ein einziges größeres Projekt zu realisieren.
Gleichzeitig wachsen unsere Aufgaben stetig: Kinderbetreuung, Schulen, Infrastruktur, Klimaanpassung, soziale Aufgaben. Ich könnte jetzt lange über Haushaltszahlen sprechen. Über steigende Kosten, Pflichtaufgaben, über die Kreisumlage. Und glauben Sie mir: Stoff dafür gäbe es genug – und vermutlich könnte ich damit den Abend problemlos füllen. Stattdessen möchte ich Ihnen eine Frage weitergeben, die ich heute Morgen für die Saarbrücker Zeitung beantworten sollte.
Die Ironie war kaum zu übersehen: Wenn es die Kommunen nicht so stark belasten würde, könnte man die steigende Kreisumlage fast als Running Gag bezeichnen. Auch 2026 wird sie wieder steigen. Haben Sie überhaupt noch Hoffnung, dass sich daran etwas ändert?
Meine ehrliche Antwort lautet: NEIN!!!
Aufgrund politischer Korrektheit lautet sie: „Ich weiß es nicht.“ Aber ich weiß eines ganz sicher: Es ist eine Minute nach nicht fünf vor zwölf.
Wenn Menschen erleben, dass Betreuungsplätze fehlen, Schulen nicht saniert werden, Straßen marode sind und Ortskerne veröden, dann entsteht Frust. Und dieser Frust ist der Nährboden für Populismus. Und trotzdem – und das sage ich ganz bewusst – hilft Jammern nicht. Und deshalb machen wir in Spiesen-Elversberg das, was wir beeinflussen können. Und das war im Jahr 2025 eine ganze Menge.
Die Menschen im Mittelpunkt
Was macht eine Gemeinde aus? Nicht Beton. Nicht Haushaltspläne. Es sind die Menschen.
Menschen, die sich engagieren. Menschen, die Verantwortung übernehmen. Menschen, die sagen: „Ich mache mit.“
Ein großartiges Beispiel dafür ist unser Jugendforum. Ich freue mich sehr, dass Hannah Rosenau, Selina Rouba, Hayiriet Bozkurt, Mandy Wiench, Jaqueline Zeimet und Tyler Stopp heute hier sind. Ihr habt euch über Jahre engagiert, Verantwortung übernommen und gezeigt: Jugend ist nicht politikverdrossen – Jugend will mitgestalten. Mit Eurem Engagement habt ihr schon einiges in Spiesen-Elversberg bewegt. Durch euren unbändigen Willen und eure Standhaftigkeit habt ihr im letzten Jahr den Weg für die Wahl des ersten Jugendbeirates 2026 geebnet. Ihr habt einen Meilenstein für die Mitwirkung und Mitgestaltung von Jugendlichen in Spiesen-Elversberg gesetzt. Und die Auszeichnung beim Bundeswettbewerb „Demokratisch Handeln“ ist ein starkes Zeichen weit über unsere Gemeinde hinaus.
Martin Luther King sagte einmal: „Die Zeit ist immer reif, das Richtige zu tun.“
Ihr habt genau das getan. Vielen Dank an dieser Stelle auch unserer Jugendpflegerin Frau Aussem und ihrem Team Julia Ruffino und Joschka Schmidt für ihr Engagement in der Jugendbetreuung.
Altersfreundliche Gemeinde – Leben im Alter gestalten
Gleichzeitig entwickeln wir Spiesen-Elversberg konsequent zu einer altersfreundlichen Gemeinde. Nicht als Schlagwort, sondern als Haltung. Als erste saarländische Kommune beteiligen wir uns mit der Schaffung einer hauptamtlichen Stelle „Generationenbüro“ am Projekt „Saar 66“ des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit. Ziel ist eine Gemeinde, in der ältere Menschen sicher, selbstbestimmt und aktiv leben können, und zwar mitten in unserer Gemeinschaft. Frühstück im Rathaus, Bingo mit dem Bürgermeister, Gesundheitswoche, Reparatur-Café, Die Talkreihe „Altersbilder neu denken“.
Das sind keine Prestigeprojekte. Das sind nur einige Angebote für Menschen, die hier in Spiesen-Elversberg ihr Leben verbringen – und es weiterhin aktiv gestalten wollen.
Mein Dank gilt dem ehrenamtlichen Planungskreis um Frau Ludberga Haben, Petra Kabiri, Petra Dörrenbächer, Conny Kreuter, Ulrike Wagner, Ute Blaumeiser, Karin Klein, Ute Born-Hort und unseren Mitarbeiterinnen Frau Füssenich und Frau Dörr, die diese Angebote mit viel Herzblut weitertragen.
Klimaschutz, Natur und manchmal auch Medienrummel
Auch der Klimawandel ist längst bei uns angekommen. Starkregen, Hitze, veränderte Umweltbedingungen. Deshalb haben wir 2025 mit dem Startschuss zum Starkregenvorsorgekonzept und der kommunalen Wärmeplanung wichtige Grundlagen gelegt. Neben dem Bienenfest – das dank Caroline Kebekus bundesweit Aufmerksamkeit erlangt hat – wurden zahlreiche Naturschutzprojekte umgesetzt. Dass ein Beweidungsprojekt und ökologische Landschaftspflege dass also Schafe und Ziegen in Spiesen-Elversberg wieder das machen, was sie eigentlich schon seit Jahrhunderten machen und in Bayern, Österreich und Tirol auch heute noch im Hochgebirge tun, plötzlich wegen Tierwohlgefährdung für überregionale Schlagzeilen in sozialen Medien, Presse, Funk und Fernsehen sorgen würden, hätte ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. Aber auch das zeigt: Kommunalpolitik kann Aufmerksamkeit erzeugen – manchmal mehr, als einem lieb ist, und für Dinge, die einem eigentlich banal erscheinen.
Maßnahmen und Projekte 2026
Was wir konkret anpacken und umsetzen. Meine Damen und Herren, wenn man über Zukunft spricht, dann darf das kein abstrakter Begriff bleiben. Zukunft entsteht nicht durch Schlagworte, sondern durch Entscheidungen. Durch Planungen. Durch Baustellen. Durch Diskussionen – manchmal auch durch zähe, anstrengende Diskussionen. Und deshalb möchte ich heute bewusst darüber sprechen, was wir uns für das Jahr 2026 konkret vorgenommen haben. Nicht in Stichpunkten. Sondern so, dass Sie verstehen, warum wir diese Wege gehen – und was sie für unsere Gemeinde bedeuten.
Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry hat einmal gesagt: „Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“
Genau darum geht es. Und damit man die Maßnahmen und Projekte auch von Anfang an ermöglichen kann, bedarf es eines beschlossenen Haushaltsplanes. Daher bedanke ich mich bei allen Mitarbeitern meines Hauses, allen voran meinem Kämmerer Hans-Werner Schuhmacher und seiner Finanzverwaltung, und den Mitgliedern des Gemeinderates, die im Dezember 2025 schon zum zweiten Mal hintereinander einen Haushaltsplan vorzeitig beschlossen und damit rechtzeitig die Handlungsfähigkeit für 2026 gewährleistet haben.
1. Ortsentwicklung: Spiesen – vom Einzelprojekt zum Gesamtkonzept
Beginnen möchte ich mit dem Ortsteil Spiesen, denn hier wird sich 2026 sichtbar und spürbar sehr viel verändern.
Nach dem Bau der neuen Kindertagesstätte haben wir bereits einen ersten wichtigen Schritt getan:
Der Platz zwischen Kita und dem Lionschen Haus wurde neu gestaltet. Das war kein Selbstzweck. Es ging darum, einen Raum zu schaffen, in dem man sich aufhält – nicht nur vorbeigeht. Und wenn in diesem Frühjahr das Beleuchtungskonzept umgesetzt und die Wandgestaltung fertiggestellt ist, wird es ein Fixpunkt in Spiesen werden.
2026 folgt nun der nächste große Schritt:
Der Abriss des ehemaligen CTT-Pflegeheims sowie des ehemaligen Gebäudes Dusemund.
Das sind keine einfachen Entscheidungen. Abriss bedeutet immer auch Abschied. Aber diese Gebäude standen seit Jahren nicht mehr für Zukunft, sondern für Stillstand. Und Stillstand können wir uns in unseren Ortskernen nicht leisten. Mit diesen Abrissen schaffen wir Raum. Raum für neue Nutzungen. Raum für Begegnung. Raum für ein Ortszentrum, das wieder lebt.
Ein zentrales Projekt dabei ist der Umbau des ehemaligen Pfarrheims.
2026 wird daraus ein barrierefreies Dorfgemeinschaftshaus.
Im Untergeschoss entsteht eine Gastronomie – ein Ort zum Treffen, zum Reden, zum Dableiben.
Im Obergeschoss entsteht ein Veranstaltungsraum für bis zu 199 Personen, barrierefrei erreichbar über einen Aufzug.
Das ist kein Zufall. 199 Personen sind es deshalb, weil wir hier bewusst einen Raum schaffen, der für Vereine, Feiern, kulturelle Veranstaltungen und Bürgerversammlungen geeignet ist – ohne Gigantismus, aber mit Qualität. Parallel dazu werden 2026 die Planungsleistungen für:
das ehemalige Schwesternwohnheim
und das Lionsche Haus
vergeben. Diese Gebäude sollen langfristig wieder sinnvoll genutzt werden – sozial, kulturell, gemeinschaftlich. Auch die Freiflächen zwischen Lionschem Haus und Rathaus werden 2026 planerisch neu gedacht. Denn ein Ortskern lebt nicht nur von Gebäuden, sondern von dem Raum dazwischen.
2. Ortsentwicklung Elversberg – das „Dreieck der Begegnung“
Meine Damen und Herren, auch im Ortsteil Elversberg stehen 2026 entscheidende Schritte an – vielleicht sogar die wichtigsten seit Jahrzehnten.
Nach langen, intensiven und manchmal auch emotionalen Diskussionen hat der Gemeinderat im Herbst 2025 ein tragfähiges und förderfähiges städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen. Das war eine Grundsatzentscheidung. Ohne dieses Konzept gäbe es kein Weiterkommen. Und ich wünsche und hoffe, dass trotz vieler Differenzen im Rat dieses Konzept nun von allen Ratsmitgliedern getragen und vorangebracht wird, ganz nach dem demokratischen Grundgedanken. Zwischen Glückauf-Halle und Herz-Jesu-Kirche haben wir inzwischen alle relevanten Gebäude erworben. Der Ankauf der Kirche steht unmittelbar vor dem Abschluss.
Was hier entsteht, ist kein Einzelprojekt, sondern ein Ensemble:
die Kirche als Event- und Veranstaltungshalle
die Heinitzstraße 10 als Jugendtreff
das Gasthaus „Zur Fichte“ als zukünftige Gastronomie, Bibliothek und Coworking-Space
Ich nenne das bewusst ein „Dreieck der Begegnung“. Ein Ort für Jung und Alt. Für Kultur, Bildung, Austausch und Gemeinschaft.
2026 passiert hier ganz konkret:
Auslobung eines Architektenwettbewerbs für die Kirche
Vergabe der Planungsleistungen für den Jugendtreff
Teilabriss des Gasthauses „Zur Fichte“ als Vorbereitung für den Umbau
Zwischen Kirche und Kindertagesstätte ist zudem ein zentraler Busbahnhof geplant. Damit bündeln wir Mobilität an einem Ort, der ohnehin stark frequentiert ist. Um das zu ermöglichen, muss zunächst der Kanal zwischen Pestalozzistraße und Fichtenstraße geschlossen werden. Auch diese Maßnahme ist für 2026 vorgesehen. Das ist Infrastruktur, die man nicht sofort sieht – die aber Voraussetzung dafür ist, dass das Gesamtkonzept funktioniert.
3. Bildung und Betreuung – Investitionen für Generationen
Meine Damen und Herren, wenn es einen Bereich gibt, in dem sich Zukunft besonders konkret zeigt, dann ist es Bildung und Betreuung.
Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde 2025 die neue Kindertagesstätte in Spiesen mit 156 Plätzen eröffnet. Die Saarbrücker Zeitung schrieb von einer der innovativsten Kitas im gesamten Kreis Neunkirchen. Hierdurch konnten ein städtebaulicher Missstand behoben, Entsieglung im Ortskern herbeigeführt und Betreuungsplätze ausgebaut werden.
Aber damit ist es nicht getan. 2026 gehen wir einen entscheidenden Schritt bei den Schulbauprojekten:
In Spiesen entsteht eine dreizügige Grundschule mit Nachmittagsbetreuung.
Für die Mittelbergschule wurden 2025 die Planungsleistungen vergeben.
2026 ist die Grundsteinlegung vorgesehen.
Bausumme: rund 16 Millionen Euro
In Elversberg entsteht ebenfalls eine dreizügige Grundschule „Am Ring“.
Der Architektenwettbewerb wurde abgeschlossen.
Sieger ist das Architekturbüro Kühn aus Eppelborn und wir sind sehr froh darüber, dass sich aus einem so großen Bewerberkreis ein regionales Büro durchgesetzt hat.
2026 werden die Planungsleistungen vergeben.
Bausumme: etwa 20 Millionen Euro
Das sind keine kurzfristigen Projekte. Das sind Investitionen für Jahrzehnte. Für Kinder, für Familien, für die Attraktivität unserer Gemeinde.
4. Mobilität – alltagstauglich statt ideologisch
Mobilität ist ein Thema, das viele Menschen bewegt. Und oft wird darüber sehr ideologisch diskutiert. Wir haben uns für einen pragmatischen Ansatz entschieden. Der On-Demand-Bus Flitsaar ist ein gutes Beispiel dafür.
Seit der ersten Fahrt im Juni 2024 wurden bereits rund 50.000 Fahrten absolviert.
2026 werden wir:
das Angebot weiter evaluieren
Haltepunkte optimieren
Fahrzeiten anpassen
Das Ziel ist klar: Mobilität soll funktionieren – nicht belehren.
5. Digitalisierung und Infrastruktur
Am 6. Mai 2025 haben wir offiziell das Glasfasernetz eröffnet. Als erste saarländische Kommune sind wir – bis auf wenige kleine weiße Flecken – nahezu flächendeckend versorgt.
2026 geht es darum:
diese letzten weißen Flecken zu schließen
die Netze zu stabilisieren
und Digitalisierung stärker in Verwaltung und Service zu nutzen
Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie soll das Leben einfacher machen – für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für unsere Verwaltung. Außerdem geht es weiterhin darum, das örtliche Kanal- und Straßennetz sukzessive zu sanieren und barrierefrei umzugestalten. Daher werden die Baumaßnahmen „Am Gänsberg“ und „Zum Brünnchen“ mit einer Bausumme von zusammen 6,2 Mio. Euro fertiggestellt.
6. Sport und Freizeit – für Leistung und Gemeinschaft
Spiesen-Elversberg ist Sportgemeinde. Das zeigen unsere Vereine, unsere Erfolge – und unsere Investitionen.
Wer dachte, das Jahr 2023 sei mit dem 2. Platz des BC Elversberg in der Billard-Bundesliga und dem Aufstieg der SVE in die 2. Fußball-Bundesliga nicht mehr zu toppen, sah sich letztes Jahr eines Besseren belehrt. Der BC Elversberg wurde grandios in seinem Jubiläumsjahr zum 8. Mal Deutscher Meister im Dreiband und unsere SVE scheiterte knapp in 2 dramatischen Entscheidungsspielen am Aufstieg zur 1. Liga. Niemand hätte einen solchen Lauf für möglich gehalten. Und nach den Abgängen leistungsstarker Spieler hätte niemand auch nur im Geringsten damit gerechnet, dass die Spielvereinigung in dieser Saison nach der Vorrunde schon wieder auf einem Aufstiegsplatz liegt. Von Experten doch Anfang des Jahres zum Absteiger Nummer 1 aus der 2. Liga erkoren, mischt sie die Liga erneut mit erfrischendem Fußball auf. Drücken wir der Mannschaft morgen in Nürnberg die Daumen. Wir können aber nicht nur Spitzen-, sondern auch Breitensport und so konnte am 14. Oktober das neue Freizeitzentrum in der Langdell mit einer Bausumme von 1,4 Mio. Euro eröffnet werden.
Nach der Eröffnung des Freizeitzentrums mit:
Multifunktionsfeld
Beachvolleyball
Pumptrack
Dirtpark
wird die Anlage 2026 erweitert:
um einen Calisthenics-Parcours
und eine Padel-Tennis-Anlage
Parallel dazu investieren wir weiter in unsere Sporthallen:
2026 wird die Sporthalle „Großenbruch“ saniert.
Investitionsvolumen: 2,8 Millionen Euro
Sport ist nicht nur Wettkampf. Sport ist Begegnung, Integration, Gesundheit.
7. Klimaanpassung und Vorsorge
Auch Klimawandel und Naturschutz werden 2026 ein wichtiges Thema bleiben.
Die kommunale Wärmeplanung und das Starkregenvorsorgekonzept werden 2026 weiter konkretisiert und in Maßnahmen überführt. Und in der 6. KW 2026 wird nach 6 Jahren Planen, Diskutieren, Verhandeln und Beraten die Renaturierung des Mühlenbachs in Angriff genommen. Der Spieser Mühlenbach ist ein wichtiges Gewässer in der Talaue im Spieser Mühlental. In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Bach in Teilbereichen stark „in Form gebracht“: Er wurde begradigt, eingeengt und mit Steinen oder baulichen Anlagen befestigt. Das Wasser fließt zwar gut ab, aber es fehlen natürliche Ufer, flachere Zonen und vielfältige Strukturen als Lebensraum für Tiere und Pflanzen – und es besteht die Gefahr weiterer Tiefenerosion.
Der Planungsabschnitt zur Umsetzung geht vom Ortsausgang Spiesen-Elversberg bis zum Wasserwerk Spiesermültal. Der Bach soll in mehreren Abschnitten naturnah umgestaltet werden, damit wieder mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen entsteht und die Talaue langfristig gesichert wird. Geplant sind unter anderem flachere Uferböschungen, leichte Bachschlingen sowie der Abbau kleiner Hindernisse im Bach, damit das Wasser abwechslungsreicher fließen kann und Wassertiere den Bach besser durchwandern können. Das sind keine Schlagzeilenprojekte – aber sie entscheiden darüber, wie gut unsere Gemeinde auf zukünftige Extremereignisse vorbereitet ist.
8. Dank und Ausblick
Meine Damen und Herren, Spiesen-Elversberg wäre nicht so lebenswert ohne Menschen, die Verantwortung übernehmen im Ehrenamt und im Hauptamt: der Menschen.
Ich möchte mich daher bei
unsere Ehrenamtlichen in der Nachbarschaft, in Vereinen, Parteien und Organisationen
unserer Feuerwehr mit ihrer Wehrführung Björn Matheis, Jan Hoffmann und den Löschbezirksführern Christian Zeyer und Marko Klein an der Spitze wie bei der gesamten Blaulichtfamilie für ihren bisweilen lebensgefährlichen Einsatz zum Wohle unserer Bevölkerung bedanken.
Ich möchte aber auch Dank sagen.
meine Beigeordneten Thorsten Löhrhoff, Cedric Stolte und Dennis Ditz für die jederzeit vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit
dem Gemeinderat für die konstruktive Zusammenarbeit, auch für die Diskussionen um das Ringen um die beste Lösung. Das ist gelebte Demokratie, wenn man danach immer noch in der Lage ist, gemeinsam Bier zu trinken.
meiner Verwaltung und meinen Amtsleitern Heike Schwarz, Michael Arend, Hans-Werner Schuhmacher und Henning Fremgen
und unserem Gemeindebauhof und technischen Diensten mit ihrer Leitung Natalie Kuhn und Michael Gräber
für ihre Unterstützung und ihren Dienst zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger
Last but not least danke ich allen, die zum Gelingen dieses Abends beigetragen haben, allen voran Jannik Rosinus und Katja Sieger für die Organisation und die Präsentation. Bleibe wir sportlich in diesen Räumen und zitieren Robert Habeck, der einmal sagte: „Demokratie ist kein Zuschauersport. Demokratie lebt vom Engagement der Menschen."
In Spiesen-Elversberg ist dieses Engagement lebendig. Und dafür bin ich dankbar.
Schlussgedanke
Liebe Gäste, 2026 wird kein einfaches Jahr. Aber es wird ein gestaltendes Jahr. Und ich bin überzeugt: Wenn wir weiterhin miteinander reden, einander zuhören und gemeinsam anpacken, dann wird Spiesen-Elversberg auch in Zukunft eine Gemeinde sein, in der man gerne lebt.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien alles Gute in 2026 und bleiben Sie gesund!!!!
Vielen Dank
Und Glückauf.
